Statt Ruhe: Pendlerströme und Chaoten am Steuer

Sie leiden unter dem Verkehr in der Wohnstraße Langbargheide: Gerhard Schmill, Wolfgang Becker, Karl-Heinz Stutzki, Harry Haske und Martina Lüthy (v. l.). Foto: da
 
Die Anwohner Wolfgang Becker, Gerhard Schmill, Harry Haske, Martina Lüthy und Karl-Heinz Stutzki (v. l.) fordern Maßnahmen, damit in der Langbargheide wieder mehr Ruhe einkehrt. Foto: da
Hamburg: Langbargheide |

Anwohner der Langbargheide kritisieren massiven Verlust an Lebensqualtität

René Dan, Lurup
Pendlerströme verwandeln die Langbargheide in eine Hauptstraße, Raser gefährden Fußgänger, zudem verlagern Engpässe in der Straße den Verkehr auf den Gehweg: Scharfe Kritik äußern Anwohner der Langbargheide an den Zuständen in ihrer Wohnstraße. Doch jetzt wollen sie den von ihnen kritisierten Verkehrskollaps vor ihrer Haustür nicht länger hinnehmen.
„Man kriegt keine Ruhe mehr: Ab 5 Uhr morgens beginnt der Lärm“, sagt Gerhard Schmill. Bereits in den frühen Morgenstunden quält sich der Berufsverkehr durch die Wohnstraße, die ab 7.30 Uhr für rund eine Stunde besonderen Belastungen ausgesetzt ist: „Dann bringen Eltern ihre Kinder zu den beiden Schulen oder zum Kindergarten“, so der Anwohner.
Teilweise aber gebe es kein Durchkommen. „Wenn aus jeder Richtung drei, vier Fahrzeuge kommen und alles zugeparkt ist, kann kaum einer mehr durch“, weiß Wolfgang Becker. „Dann wird teilweise auf dem Fußweg gefahren – und Kinder werden angehupt und angepöbelt“, ergänzt Gerhard Schmill. Und, so Nachbar Harry Haske: „Wir können mit unseren Autos nicht von den Parkplätzen herunterfahren.“ In der Langbargheide, so Wolfgang Becker, „wurde mehrmals mein Spiegel abgefahren.“
Tagsüber entspannt sich die Lage. „Ab 15.30 und bis 19.30 Uhr wird es wieder schlimm“, sagt Karl-Heinz Stutzki. Der Reporter bekam am Donnerstag zwischen 16 und 17 Uhr eine Ahnung vom drohenden Kollaps, als immer mehr Autos aus beiden Seiten heranfuhren und nur schwer das Nadelöhr parkender Wagen passierten. Wolfgang Becker: „Es ist jetzt nicht so viel los, weil viele nicht kommen: Die Straße war bis gestern wegen Bauarbeiten Sackgasse.“ Doch nachts, berichtet Harry Haske, „wird mit 70 km/h gerast“.
Wenn aber der HSV wieder ein Heimspiel hat, ist laut Anwohnern Chaos angesagt. „Dann wird hier alles zugeparkt – ein Rettungswagen würde nicht durchkommen. Das ist eine Katastrophe!“, sagt Martina Lüthy.
Die Aktiven haben auch Verbesserungsvorschläge: Um die Pendler zu stoppen, solle die Straße zur Anliegerstraße werden oder zur Sackgasse in Höhe des Netto-Marktes. Andere bevorzugen eine Einbahnstraße Richtung Farnhornweg. Gegen Raser solle es verengende „Nasen“ geben – und die Polizei sollte blitzen.

Die Polizei hat zumeist eine andere Sicht
Die Polizei hat häufig eine andere Sicht auf die von Bürgern genannten Probleme. „Es ist völlig normal und zulässig, dass auch Pendler die Langbargheide nutzen“, betont Holger Heitmann, Abteilungsleiter Prävention und Verkehr des Polizeikommissariats 25 an der Notkestraße. Es gebe „keine besonderen Probleme“ in der Langbargheide. Aufgrund der beiden angrenzenden Schulen kündigt der Erste Polizeihauptkommissar an, dass wieder „geblitzt wird“.
Er betont zudem, dass bei HSV-Spielen in der Langbargheide gelte: „Wer falsch parkt und den Weg für Rettungsfahrzeuge versperrt, wird abgeschleppt.“
Die meisten verkehrlichen Vorschlägen der Anwohner lehnt Holger Heitmann ab. „Eine Einbahnstraße fördert die Geschwindigkeit: Der Fahrer braucht nicht mehr auf Gegenverkehr zu achten.“ Zudem würden Anwohner anderer Straßen beeinträchtigt. Das gleiche gelte für eine Sackgasse. Und eine Anliegerstraße sei rechtlich nicht zulässig. Der Experte verweist des Weiteren auf Messungen, denen zufolge in Spitzenzeiten 120 bis 150 Fahrzeuge in der Langbargheide fahren: „Das ist nicht viel.“
Für einengende „Nasen“ zeigt sich Holger Heitmann grundsätzlich offen, verweist jedoch auf die kürzlich im Bereich der Schule Langbargheide vorgenommenen Einengungen. Diese werden vom Bezirk finanziert. Für die Zukunft kann sich der Experte weitere Einengungen in der Langbargheide vorstellen. da
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