Stadtteilhaus Lurup: Mehr Geld – sonst verteilen wir um

Sie diskutierten darüber, wie das Stadtteilhaus Lurup erhalten werden kann (v. r.): Stephanie Faust (Grüne), Alexander Hund (SPD), Moderator Jörn Straehler-Pohl (NDR 90,3), Klaus Wicher (Sozialverband Deutschland), Andreas Grutzeck (CDU) und Karsten Strasser (Die Linke). Foto: da
 
„Wir sind es nicht müde, auch noch eine 16. oder 17. Stunde des Tages für das Stadtteilhaus Lurup einzubringen“, sagte Karin Gotsch, Leiterin der Fridtjof-Nansen-Schule/Schule Swatten Weg, „aber wir sind es leid, immer wieder nach einer Finanzierung für das Stadtteilhaus Lurup suchen zu müssen.“
Hamburg: Stadtteilhaus Lurup |

Als „allerletztes Mittel“ kann sich die SPD eine Umverteilung zwischen Kulturzentren vorstellen

René Dan, Lurup
Dem Stadtteilhaus Lurup fehlen im nächsten Jahr 50.000 Euro – und wieder steht die Einrichtung am Böverstland 38 vor der Frage, wie sie das Finanzloch schließen kann. „Wir sind es müde, immer wieder nach Mitteln für die Basisfinanzierung suchen zu müssen“, sagen Lurups Aktive wie Stadtteilhaus-Geschäftsführerin Margret Roddis oder Andrea Faber vom Stadtteilhaus-Betreiber „Böv 38“. Zwei Vorschläge sorgen jetzt für Aufsehen. Zum einen die Forderung nach einem Sonderfonds, um den sozialen und kulturellen Treffpunkt zu erhalten. Zum anderem die Idee einer Umverteilung zwischen Altonas Stadtteilkulturzentren.
Einen „Fonds für bezirkliche Stadtteilarbeit“ fordert der Linke-Bezirksabgeordnete Karsten Strasser: 500.000 Euro soll die Finanzbehörde jeweils für 2013 und 2014 locker machen, um Stadtteileinrichtungen in den Bezirken zu unterstützen. Strasser knüpft damit an einen Rettungsfonds an, den die SPD-Bürgerschaftsfraktion im Herbst letzten Jahres beschloss, um Stadtteilhäusern – darunter dem Luruper – über die Runden zu helfen.
„Das Stadtteilhaus ist für Lurup unverzichtbar“, betont Strasser, der für seinen Vorschlag von anderen Parteien Zuspruch erhält. „Die Idee ist richtig“, loben SPD-Fraktionsschef Thomas Adrian, CDU-Bezirksabgeordneter Andreas Grutzeck und Stephanie Faust, kulturpolitische Sprecherin der Grünen-Bezirksfraktion.
Für Kontroversen sorgt dagegen ein Vorschlag des SPD-Bezirksfaktionsgeschäftsführers Alexander Hund. Der Genosse äußert sich skeptisch über Möglichkeiten, vom Land mehr Geld zu bekommen. Vor diesem Hintergrund verweist er auf die höchst ungleiche Verteilung der Mittel für die vier Stadtteilkulturzentren im Bezirk Altona.
Von fast einer Million Euro Stadtteilkulturmitteln des Bezirks bekommt Lurup 38.000 Euro – die restlichen rund 930.000 Euro teilen sich die Motte in Ottensen, das HausDrei in Altona-Altstadt sowie die GWA St. Pauli.
„In unserer Fraktion gibt es Überlegungen zu einer Umverteilung“, so Hund – und erntet Kritik. „Eine Art Neid-Debatte halte ich für gefährlich“, warnt Grutzeck. „Ich finde es schwierig, anderen etwas wegzunehmen“, sagt Faust. Adrian sieht dies ähnlich. Eine Umverteilung sei „nur allerletztes Mittel“. Seine Priorität: „Wir werden versuchen, zusätzliche Mittel zu aktivieren.“

Sozialverband unterstützt das Stadtteilhaus
Der Sozialverband Deutschland rückt immer näher an das Stadtteilhaus Lurup. So bietet der SoVD jeden dritten Donnerstag im Monat eine Sozialberatung am Böverstland 38 an: von 13 bis 16 Uhr. Aufgrund von Christi Himmelfahrt bietet der SoVD seine nächste Sprechstunde am 21. Juni an.
Der Sozialverband war es auch, der vergangene Woche eine
Diskussion über den Erhalt des Stadteilhauses veranstaltet hat, zu der Vertreter von SPD, CDU, Grüne und Linke gekommen waren. Klaus Wicher, Landesvorsitzender des Sozialverbandes, hat mittlerweile einen Brief an alle Bezirksfraktionen geschrieben. Er plädiert für ein gemeinsames Signal der Bezirkspolitik zugunsten des Stadtteilhauses, damit dieses zusätzlich 50.000 Euro pro Jahr erhält. Bereits in der Diskussion hatte Klaus Wicher appelliert, über Parteigrenzen hinweg zu verdeutlichen: „Wir lassen nicht locker!“ DA
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