Stadtteilhaus Lurup: Bangen und Hoffen

Margret Roddis (l.), Geschäftsführerin des Stadtteilhaus Lurup, und Andrea Faber, Vorsitzende des Vereins „Böv 38“, der das Haus betreibt, hoffen auf eine dauerhafte Rettung des Stadtteilkulturzentrums.
Hamburg: Lurup | Der rot-grüne Koalitionsvertrag erwähnt Lurups Stadtteilhaus mit nur einem Satz: „Die Finanzierung der Luruper Einrichtung Böv 38 soll durch die Kulturbehörde sichergestellt werden.“ Die Wortwahl hat für Zündstoff gesorgt – Verantwortliche vom Stadtteilhaus sorgten sich um Gelder für ihre Institution, die bislang vom Bezirk finanziert wird. Rot-Grün jedoch beruhigt: Das Stadtteilhaus solle dauerhaft finanziert werden.
Schließlich kann nicht einmal die Stelle der Stadtteilhaus-Geschäftsführerin Margret Roddis derzeit voll finanziert werden. Mit dem Betrag von 38.000 Euro, den die Bezirksversammlung aus Mitteln der Kulturbehörde zuweist, werden nicht einmal 30 Stunden finanziert. „Das Haus wächst schneller als die Mittel“, erklärt Margret Roddis. Sie hat dabei die über 1.000 Einzeltermine am Böverstland 38 im Blick.
CDU-Bezirksfraktionschef Uwe Szczesny prophezeit derweil angesichts des Koaltionsvertrages harte Einschnitte: „So muss die Schließung des Luruper Stadtteilzentrums Böv 38 wohl als besiegelt angesehen werden, wenn dessen Finanzierung ausschließlich an die ferne Kulturbehörde abgeschoben wird.“ Rot-Grün hätte vor der Formulierung des entsprechenden Vertragsabschnittes mit der Kulturbehörde sprechen müssen. Uwe Szczesny: „Solange die Kulturbehörde nicht ‘ja’ sagt zur Erhöhung der Finanzierung, solange ist Böv 38 nicht gesichert.“
Das aber ist das Ziel von Rot-Grün, wie die GAL-Fraktionsvorsitzende Gesche Boehlich erläutert: „Wir wollen in Verhandlungen von der Kulturbehörde mehr Geld für das Stadtteilhaus bekommen – dafür kämpfen wir.“
Auch die Art Finanzierung soll sich nicht ändern: Die Kulturbehörde überweist Geld in Form sogenannter „Rahmenzuweisungen“ und die Bezirksversammlung verteilt das Geld. „Das soll auch so bleiben“, betont Boehlich. Die an den Bezirk überwiesene Summe soll jedoch steigen.
SPD-Fraktionschef Thomas Adrian erläutert: „Wir versuchen, eine Konstruktion zu finden, die das Stadtteilhaus dauerhaft sichert.“ Dafür wolle sich die SPD im Bezirk und in der Bürgerschaft einsetzen. Angesichts dieser Erläuterungen sagt Andrea Faber, Vorsitzende des Betreibervereins Böv 38: „Wenn beabsichtigt ist, dem Stadtteilhaus mehr Geld zur Verfügung zu stellen, wäre ich zutiefst erleichtert.“
Die Kulturbehörde äußert sich zurückhaltend. Deren Sprecher Stefan Nowicki sagt: „Solange es noch keinen Antrag aus der Bezirksversammlung gibt, können wir uns zu einer Erhöhung der Gelder nicht äußern.“ Sozialsenator Detlef Scheele (SPD) zeigte sich bei einem Besuch beeindruckt vom Engagement im Haus, sagte aber auch, dass er für
eine Co-Finanzierung „nicht zuständig“ sei. Für zuständig erklärt sich Bezirksamtsleiter
Jürgen Warmke-Rose: „Ich will mich gerne dafür einsetzen, dass das Stadtteilhaus Lurup – im Rahmen der Möglichkeiten des Bezirksamtes – weitere Unterstützung erhält.“
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