Spar-Schock: „Hände weg vom Mädchentreff Lurup!“

Sie setzen sich mit Demonstrationen und Aktionen für den Erhalt „ihres“ Mädchentreffs Lurup ein: Lara (11), Martha (13), Alina (14) und Betty (14; v.l.). Katja Luckmann (hinten r.), Leiterin des Mädchentreffs Lurups, und Honorarkraft Serpil Kücük (hinten, l.) protestieren ebenfalls gegen Kürzungen in der offenen Kinder- und Jugendarbeit. Foto: da
Hamburg: Mädchentreff Lurup |

Protest gegen angekündigte Schließungen und Einsparungen in der Kinder- und Jugendarbeit

René Dan, Lurup/Osdorfer Born
Entsetzen in Lurup: Gleich mehrere Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit in Lurup und im Osdorfer Born können im nächsten Jahr laut einer Liste des Bezirksamtes Altona von gravierenden Einsparungen betroffen sein. Besonders weitreichende Folge erwartet laut diesem Szenario die Mädchenarbeit: Demnach sollen die Mädchentreffs in Lurup und im Osdorfer Born geschlossen werden.
Die Mädchen müssten dann in andere Einrichtungen gehen. Für den Born schlägt das Jugendamt vor, dass sich die Teilnehmerinnen im Haus der Jugend Osdorf treffen. Jährliche Einsparung: 13.288 Euro. In Lurup soll der Mädchentreff in das Kinder- und Familienzentrum Lurup (KiFaZ) und den Jugendtreff Netzestraße verlagert werden. Einsparung: 11.081 Euro.
„Ich bin entsetzt“, sagt Anna-Tasja Gurol vom Mädchentreff Lurup zu einem Aus. „Dies würde eine Missachtung der Mädchenarbeit bedeuten“, kritisiert Leiterin Katja Luckmann. Bei einem Umzug hätten muslimische Mädchen teilweise nicht mehr die Erlaubnis der Eltern, zu kommen. Zudem sei der Jugendtreff zu klein, und die Mädchen seien zu jung für einen Besuch. Für das KiFaZ wiederum seien die 11- bis 15-Jährigen zu alt – „und auch das KiFaZ hat nicht genügend Räume“, so Katja Luckmann.
Die Betroffenen wollen bleiben: „Hier wird uns bei Hausaufgaben und Problemen geholfen, hier treffe ich meine Freundinnen und habe viel Spaß!“, sagt Betty. Die 14-Jährige und ihre Freundinnen fordern: „Hände weg vom Mädchentreff Lurup!“
Das sieht das Luruper Forum auch so. In einer fast einstimmig verabschiedeten Erklärung warnt der Stadtteilbeirat: „Die verhältnismäßig geringe Einsparung von 11.000 Euro im Jahr steht in keinem Verhältnis zu dem Schaden und Verlust, der durch die Schließung des Mädchentreffs entstehen würde.“
Ob es zu einer Schließung kommt, ist offen. Altonas CDU, FDP und Linke lehnen die Kürzungen ab. Sven Kuhfuß (Grüne) verweist zudem auf den Koalitionsvertrag mit der SPD: „Darin wird eine Schließung von Jugendeinrichtungen abgelehnt.“ Thomas Adrian (SPD) sagt derweil: „Man muss sich der Diskussion um Umstrukturierungen stellen – es sollte aber möglichst viel Geld in der Kinder- und Jugenhilfe erhalten bleiben.“
Das Bezirksamt hat eine Stellungnahme zur Kritik an den Sparvorschlägen abgelehnt: Die Unterlagen seien vertraulich.
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