Sorge um Lurups dörflichen Charakter

Waltraud Badstübner (72) lebt gerne in Lurup. Gerne trifft sie sich zum Klönschnack im Café, um sich mit Bekannten und Freunden auszutauschen. Foto: fh
Hamburg: Lurup, Café |

Waltraud Badstübner hofft auf Vielfalt bei den Neubauten

Frauke Heiderhoff, Lurup
Schöne Eigentumswohnung, Blick in die Natur und Nähe zu Elb- und Volkspark: Waltraud Badstübner schätzt Lurup aus verschiedenen Gründen. Die 72-Jährige wohnt seit 23 Jahren mit ihrem Mann Manfred im Stadtteil. Sie hat zuvor längere Zeit in Bahrenfeld und Niendorf-Nord gelebt. „Niendorf-Nord gefiel uns nicht so gut, weil wir unsere Freunde in Bahrenfeld hatten“, erzählt die Rentnerin. Glücklicher Zufall: Ihr Mann fand eine schöne Eigentumswohnung in Lurup, und sie konnte zurück in „ihren Hamburger Westen“.
Sie fand im Fischkistendorf neue Bekannte und konnte ihre Freundschaften pflegen. Einige von ihnen trifft sie beim Kegelverein in der Flurstraße. „Viele Bürger identifizieren sich mit Lurup und wissen den toleranten Umgang miteinander zu schätzen“, sagt Waltraud Badstübner. Der Stadtteil sei im Wandel begriffen. Auch begüterte Familien zögen nach Lurup.
Drei Discounter kann sie von ihrer im Schreinerweg gelegenen Wohnung erreichen. „Das ist toll“, freut sie sich. Die Vorteile: mit dem Bus ist sie in 20 Minuten in Blankenese, in 30 Minuten am Rathausmarkt. Dass trotz steigender Einwohnerzahl immer öfter Busse ausfallen, bedauert sie. „Ich kann nicht verstehen, warum wir in den überfüllten 2er Bus steigen müssen und der 3er Bus an Lurup vorbeifährt, ohne zu halten.“
Das Vorstandsmitglied des Bürgervereins lobt die gute Versorgung mit Ärzten. Die
Entwicklung rund um den
Eckhoffplatz gefällt ihr. Sie freut sich auf 14 neue Geschäfte, Apotheke und Gastronomieangebote. Waltraud Badstübner fehlt das ehemalige Kino Fama sowie das früher am Volkspark gelegene Freibad. In kultureller Hinsicht werde wenig geboten. „Das Programm beschränkt sich auf das Angebot des Bürgervereins“, meint die 72-Jährige.
Auffällig aus Sicht der Seniorin: die baulichen Veränderungen an der Luruper Hauptstraße. Die Hamburgerin schätzt den individuellen Charakter der Straße. Doch mittlerweile verschwinden immer mehr Einzelhäuser sowie die Gebäude von Schleifmittel Hermes sowie Schlachter und Bäcker. „Ich hoffe, dass der Stil dennoch gewahrt bleibt“, so die Seniorin. Sie fände es schade, wenn ausschließlich Miet- und Eigentumswohnungen in Rotklinkerbauweise entstünden.
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