SCHLECKER-Insolvenz: Zum 24.3. schließt die Filiale „Luruper Hauptstraße“!

SCHLECKER-Filiale im Einkaufszentrum Luruper Hauptstraße - Am 24.3.2012 öffnet sie zum letzten Mal.
Hamburg: SCHLECKER | Zum 24.3.2012 schließt die SCHLECKER-Filiale „Luruper Hauptstraße 272 A“. Außerdem ist im Bezirk Altona noch die Filiale „Grünebergstraße 85“ in Bahrenfeld von der Schließungswelle betroffen, der bundesweit rund 2000 Verkaufsstellen zum Opfer fallen werden. In Hamburg stehen stadtweit 28 Filialen der Drogerie-Kette auf der Schließungsliste.
Nach dem Sanierungsplan des Insolvenzverwalters sollen über 12.000 der rund 30.000 überwiegend weiblichen Beschäftigten ihren Arbeitsplatz verlieren. Zusammen mit der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di kämpfen die Schlecker Beschäftigten um ihre Arbeitsplätze. So fand am 10.3.2012 ein Aktionstag in Frankfurt statt, an dem über 600 Schlecker-Beschäftigte teilnahmen. Mit kämpferischen Parolen wie „Sanierung nicht auf unsere Kosten“ oder „Ehrensold für alle Schlecker-Entlassenen“ zogen die Demonstranten durch die Frankfurter Innenstadt. Staatliche Hilfen zum Erhalt möglichst vieler Arbeitsplätze sowie die Bildung einer Transfer- und Qualifizierungsgesellschaft sind die Hauptforderungen der Schlecker-Beschäftigten. Mit der Transfergesellschaft soll den Entlassenen bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt gegeben und ein Abrutschen in Hartz IV verhindert werden. „Wenn Schlecker ein Autobauer wäre, hätte die Politik längst eingegriffen“, sagte Janine Wissler Mitglied des Hessischen Landtags (DIE LINKE) – auf der Abschlusskundgebung (Neues Deutschland, 12.3.2012). Inzwischen zeigen die Proteste Wirkung: Der Bund und das Land Baden-Württemberg haben sich auf eine Transfergesellschaft geeinigt (Frankfurter Rundschau, 16.3.2012).
Auch in den vergangenen Jahren hatten die SCHLECKER-Kollegen und ihre Gewerkschaft ver.di einiges erreicht. Dabei ist insbesondere auf den jahrelangen Kampf um die Gründung von Betriebsräten, Tarifverträge und den Stopp konzerninterner Leiharbeit zu verweisen. Alle diese Erfolge im SCHLECKER-Konzern sind aber nur durch den Druck von unten erreicht worden. SCHLECKER gilt zu Recht immer noch als schlechter Arbeitgeber mit miserablen Arbeitsbedingungen. 1998 wurde das Ehepaar Schlecker wegen Betruges per Strafbefehl durch das Landgericht Stuttgart zu einer Freiheitsstrafe von je zehn Monaten auf Bewährung und zu einer Geldstrafe in Höhe von einer Millionen Euro verurteilt: Den Schlecker-Beschäftigten war vorgetäuscht worden, sie würden nach Tarif bezahlt. Tatsächlich lagen die Löhne niedriger. Das LG Stuttgart wertete dies als Straftat und verurteilte das Ehepaar Schlecker wegen Betruges (manager magazin vom 4.12.2003; FAZ, 23.11.2010).
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