Poseidonbad: Echte Fans baden draußen!

Dreimal täglich: Schwimmmeister Wladi Keil überprüft den Chlorgehalt im Becken.

Der kalte, nasse Sommer hält nicht alle vom Freibad fern....

ch.v.savigny, eidelstedt
Frieda (9) liebt es, im azurblauen Wasser des Poseidonbads zu planschen. „Ich kann schon seit einem Dreivierteljahr schwimmen“, sagt sie stolz. Und auch ihre Eltern kann man als richtige Wasserratten bezeichnen: Regina
P. und Stefan R. besitzen eine Saisonkarte für das Freibad am Olloweg und kommen mindestens einmal die Woche hierher. „Uns gefällt, dass das Bad nicht so überlaufen ist, und dass man Platz zum Schwimmen hat“, sagt die Stellinger Familie. „Und bei Sonnenschein kann man sich auch schön auf die Wiese legen.“
Sonnenschein ist derzeit Mangelware in Deutschlands Norden. Aber echte Freibadfans kümmert das nicht. Solange es einigermaßen warm und trocken bleibt, kann man sich im einzigen nicht Bäderland-geführten Schwimmbad im Hamburger Westen prima erholen. „Das Poseidon ist ein Geheimtipp“, sagt Meike Helmstedt aus Eidelstedt. „Ein bisschen alt, aber dafür sehr gepflegt.“ Schon als Kind ist sie hier durchs Becken geschwommen – jetzt machen es ihr die beiden Töchter (sechs und acht Jahre) nach. „Als Eltern hat man seine Kinder immer im Blick, auch wenn man im Becken nebenan seine Bahnen zieht.“
Nicht ganz so glücklich ist der Vereinsvorstand mit der augenblicklichen Lage: Schon im vergangenen, äußerst verregneten Sommer habe man rund 70 Prozent weniger Gäste gehabt als normal, berichtet der zweite Vorsitzende Klaus Knickmeyer. „Wenn das in diesem Jahr so weiter geht, tut uns das finanziell natürlich schon weh.“
Seit 40 Jahren ist der Verein am Standort Olloweg, gespart wird, wo es geht: Eine Solaranlage sorgt für heißes Duschwasser – was übrig ist, wird in die beiden 50 Meter langen Schwimmbecken geleitet. Scheint die Sonne nicht, müssen die Schwimmer mit drei bis vier Grad weniger auskommen. Am liebsten hätte der Verein ein eigenes Heizkraftwerk auf dem Gelände, um von den teuren Strompreisen unabhängig zu sein. „Im Moment fehlt uns das Geld dafür“, sagt Knickmeyer. Optimist bleibt er trotzdem: „Bisher haben wir noch jeden Sommer gemeistert.“
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