Osdorfer Born: Sturmerprobt und besser als sein Ruf

Maria Meier-Hjertqvist im Café des Bürgerhauses.

Maria Meier-Hjertqvist spricht mit dem Elbe Wochenblatt
über das Quartier und die Borner Runde

Der Osdorfer Born – ist das Quartier wirklich so schlecht wie sein Ruf? Das Elbe Wochenblatt sprach mit Maria Meier-Hjertqvist von der Borner Runde.


Frau Meier-Hjertqvist, Sie wirken von Anfang an, seit 14 Jahren, in der Borner Runde mit. Was hat sich seitdem getan?
Einiges. Nach zehn Jahren steht das Bürgerhaus. Ein langer Atem hat uns die Querungshilfe für Fußgänger an der Kreuzung Bornheide/Böttcherkamp gebracht. Dank 644 Stunden Einsatz bei 161 verschiedenen Stellen fährt zusätzlich die Buslinie 3.
Das klingt ein wenig ironisch. Was muss noch geschehen?
Die Borner-Anbindung in die Innenstadt und angrenzende Stadtteile ist immer noch schlecht. Nach dem aktuellen Stand des Busbeschleunigungsprogramms wird das Umkehren für Autofahrer an der Bornheide noch chaotischer. Dabei müssen wir jetzt schon pausenlos wenden. An Fußgänger wird bei der Planung gar nicht gedacht. Seit 2010 warten wir darauf, wieder in das Programm der Quartiersentwicklung aufgenommen zu werden. Weil, so die Zuständigen, der Osdorfer Born ‘gescheitert ist’. Bis heute ist nichts passiert.
Also ist der schlechte Ruf des Osdorfer Borns berechtigt?
Überhaupt nicht. Hier leben über 70 Nationen. Entgegen aller Vorurteile ist es friedlich. Die Menschen kennen sich und achten aufeinander. Wir haben die Feldmark gleich nebenan. Es gibt einen Sportverein mit tollen Angeboten, jetzt noch das Bürgerhaus. Und obwohl die meisten Wohnungen keine Sozialbindung mehr haben und Mieten steigen, liegt der Mietspiegel bis jetzt noch im unteren Bereich.
Dann ist ja alles paletti.
So ist es nun auch nicht. Wir sind mit unserer Randlage weit weg für manche Gremien. Zum Beispiel, was finanzielle Zuwendungen der Stadt Hamburg anbelangt. So ist jetzt erst die Sanierung des Spielplatzes am Schack-See gestrichen worden, der für die Naherholung wichtig ist. Unser Wunsch, im Bereich des Einkaufszentrums eine verkehrsberuhigte Zone zu integrieren, hat auch nicht interessiert.
Aber die Borner sind
sturmerprobt. Wir lassen uns nicht so schnell aus der Ruhe bringen.

Borner Runde
Die Borner Runde wurde 2000 im Rahmen der damaligen Quartiersentwicklung gegründet. Das Bürgerbeteiligungsgremium nimmt sich der Reihe nach Problemen an und kämpft für Lösungen. Aus einem Verfügungs-Fonds mit aktuell 7.500 Euro werden kleine Projekte vor Ort gefördert. Rund 20 Borner treffen sich regelmäßig jeden zweiten Dienstag im Monat von 19 bis 21 Uhr im Bürgerhaus Bornheide, Bornheide 76. Jeder Bewohner des Osdorfer Borns ist herzlich eingeladen teilzunehmen.
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