Nur fünf Jugendhäuser für den Bezirk Altona?

Die Mitarbeiter des Jugendcafés Lurup haben mit diesem Transparent gegen Kürzungen in der Kinder- und Jugendarbeit demonstriert: Murat Basaran, Vize-Leiterin Maja Singer, Mareike Reuter und Mike Müller, zugleich Vize-Chef des Juca Bahrenfeld. Foto: da
Hamburg: Jugendcafé Lurup |

Protest gegen Rotstift-Politik in der Kinder- und Jugendarbeit

Der Protest ist nicht zu übersehen: Am Zaun des Jugendcafés Lurup hängen rund ein Dutzend Plakate, auf denen Juca-Mitarbeiter, Kinder und Jugendliche den Rotstift im Jugendbereich kritisieren: „Jugendhilfe light?“ steht zum Beispiel zu lesen. Der Grund: Die Sozialbehörde plant, im nächs-ten Jahr die Mittel für „Kinder- und Jugendarbeit“ und die „Förderung der Erziehung in der Familie“ um 3,5 Millionen Euro zu kürzen. Der Bezirk Altona
müsste dann auf rund 469.000 Euro verzichten. Gegen diese Pläne haben am Donnerstagnachmittag mehr als 200 Menschen – auch aus Lurup und
Altona – vor dem Hamburger Rathaus protestiert.
Die Luruper Margitta und Max (beide 10) gingen ebenfalls auf die Straße. „Wir haben im Juca viel Spaß, wir wollen nicht, dass hier gespart wird“, sagen beide übereinstimmend. Und Max betont: „Wir wollen nicht, dass das Juca geschlossen wird.“
Welche Folgen hätten die Einsparungen im Bezirk Altona? Auf Anfrage erklärt Bezirksamtssprecherin Kerstin Godenschwege: „Die Kürzungen werden dazu führen, dass Projekte einzustellen sind, Arbeitsbereiche aufgegeben oder zusammengelegt werden.“ Das Bezirksamt werde versuchen, auf andere Finanzierungsmöglichkeiten umzustellen, „dies wird aber nicht in allen Bereichen gelingen“. Zudem werde sich „die Art des Angebots verändern müssen“.
Einen möglichen Vorgeschmack auf konkrete Einsparungen gibt auch ein Diskussionspapier der zuständigen Sozial- und Familienbehörde. Vor dem Hintergrund des Ausbaus der Ganztagsschulen befürwortet die Behörde, dass für 14- bis 18-Jährige „je nach Größe des Bezirks zwei bis fünf größere Häuser vorgehalten werden“. Wenige Angebote mit speziellem Profil, wie Mädchentreffs, „sollten diese Planung ergänzen“, so das Papier weiter.
Der Bezirk Altona hat ­– ohne Straßensozialbarbeit und sogenannte Sozialraumprojekte – 22 Einrichtungen der offenen Jugendarbeit. Davon entfallen auf Lurup vier und auf Osdorf drei Standorte. Maja Singer vom Juca Lurup und Mike Müller vom Juca Bahrenfeld betonen: Durch eine hohe Anzahl an Einrichtungen „haben Jugendliche kurze Wege – und können so besser erreicht werden“.
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