Kirchenglocken dürfen nicht läuten: Einsturzgefahr!

Die Statik des Kirchturms „Zu den Zwölf Aposteln“ wäre nicht mehr sicher, wenn die Glocken läuten würden. Foto: da
Hamburg: Kirche "Zu den Zwölf Aposteln" |

„Zu den zwölf Aposteln“: Glockenturm marode - Sanierung kostet 300.000 Euro

René Dan, Lurup
Es ist stiller geworden rund um die Kirche „Zu den zwölf Aposteln“: Der Kirchturn schlägt ab sofort nicht mehr drei Mal am Tag, wie es so viele Jahre lang üblich war: Um 7, 12 und um 18 Uhr läuteten bislang die Glocken an der Elbgaustraße 138. Nicht einmal zu den Gottesdiensten läuten die vier Klangkörper mehr. Aufgrund des maroden Zustandes des Glockenturmes „hat uns unser Architekt dringlich nahegelegt, die Läuteannlage unseres Turmes bis auf Weiteres auszustellen“, so Pastorin Britta Goerke. „Die Statik des Turms ist nicht sicher, wenn die Glocken schwingen“, erklärt die Luruperin.
„Versalzungen im Mörtel und in der Betonstahlkonstruktion“, so Britta Goerke, haben den 32 Meter hohen Turm marode werden lassen. „Die Betonkonstruktion des Turmes ist an vielen Stellen bröckelig, Schrauben und Muttern haben sich teilweise gelöst“, weiß Britta Goerke. Am morgigen Donnerstag werden Experten, unter anderem aus Stuttgart, erneut das Bauwerk begutachten.
Um die Konstruktion instandzusetzen, brauchen die Gläubigen rund 300.000 Euro. 80.000 Euro will die Gemeinde aus
Rücklagen für die Sanierung bereitstellen, zudem hat sie bei Stiftungen angefragt. Die Gemeinde setzt auch auf Luruper. So verkaufen Aktive Glocken-Nudeln, zu 250 Gramm verpackt.
Freiwillige können zudem auch direkt Geld spenden. Kleinere Beträge werfen Spender in einen „Klingelturm“, welcher der Kirchenkonstruktion nachempfunden ist – einschließlich der Lamellen unter der Turmspitze.
Ab 100 Euro kann ein Spender zum „Paten“ der Lamellen werden. Diese werden nach Ende der Instandsetzung auf einer Metallplatte verzeichnet. Aus den verschiedenen Aktionen sind bislang knapp 7.000 Tausend Euro zusammengekommen.
Angesichts des stummen Turmes appelliert Pastorin Goerke: „Ich bitte darum, unseren Turm mit Spenden zu unterstützen.“ Schließlich ist der Turm nicht nur Wahrzeichen des Stadtteils, er gehört auch zum Alltag. Seit die Glocken nicht mehr läuten, wurde der Pastorin zugetragen, „kommen Kinder nachmittags zu spät nach Hause“. Andererseits sagte ihr ein Nachbar: „Morgens verschlafe ich jetzt manchmal.“
Kontakt zu Pastorin Britta Goerke: Tel. 84 05 81 60.
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