„Keiner wird hier ausgegrenzt“

Wilfried Runge ist ein bekanntes Gesicht am Lüdersring. (Foto: Fatma Şahin)

Wilfried Runge lebt seit 30 Jahren am Lüdersring und kann sich auf seine Nachbarn verlassen

Fatma Şahin, Lurup

„Vor zehn Jahren haben hier nur Deutsche gelebt, heute gibt es auch viele Migranten“, beginnt Wilfried Runge in seiner Ein-Zimmer-Wohnung zu erzählen. Das soll keine Klage sein – im Gegenteil, der 83-jährige Rentner ist glücklich über diese Veränderung. Seit 30 Jahren wohnt er nun am Lüdersring und hat den Wandel miterlebt. „Es gibt Personen, die hier wegziehen, weil sie deutsche Nachbarn haben wollen“, sagt Wilfried Runge. Verstehen kann er das nicht, denn seine ausländischen Nachbarn sind gut integriert. Außerdem hat er ein gutes Verhältnis zu ihnen und weiß, dass er sich sich im Ernstfall auf sie verlassen kann. „Aus gesundheitlichen Gründen habe ich mal sechs Monate im Bett gelegen, da haben sich meine Nachbarn um mich gekümmert“, erzählt der ehemalige Verwaltungsoffizier der französischen Fremdenlegion dankbar. Die Nachbarn aus dem oberen Stockwerk schauten mehrmals am Tag nach ihm und waren auch immer vor Ort, wenn Wilfried Runge Hilfe benötigt hat.

Er findet, für Kinder sollte mehr gemacht werden

Nur einmal am Tag verlässt er seine Wohnung, um seinen Einkauf zu machen. Mit Hilfe seines Rollators kann er den Weg zu Netto bewältigen. Das Geschäft ist seine tägliche Anlaufstelle: „Da es in der unmittelbaren Nähe kein weiteres Geschäft gibt, bin ich darauf angewiesen.“ Diese Gelegenheit nutzt der Rentner, um seine Nachbarn zu sehen und kurze Unterhaltungen zu führen. „Hier grüßt sich jeder und keiner wird ausgegrenzt“, erzählt Wilfried Runge glücklich. Ein wenig mehr Toleranz gegenüber den älteren Menschen erwartet er von den Jugendlichen, doch davon lässt er sich seine Laune nicht verderben.
In seiner Straße fühlt sich Wilfried Runge wohl, doch eins wünscht er sich dennoch: mehr Spielgeräte für die Kinder! Am Lüdersring gibt es vor jedem Wohnhaus einen kleinen Spielplatz, doch auf diesen gibt es jeweils nur einen Sandkasten mit Schaukel und Rutsche. Nicht genug, findet der 83-jährige Rentner: „Hier gibt es so viele Kinder, da sollte mehr gemacht werden.“
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