In Regen und Kälte auf den Bus warten

Berta und Arnim Weichold (beide 78) haben Jahreskarten für den HVV. Doch „ihre“ Haltestelle „Böttcherkamp“ ist seit Wochen ohne Unterstand mit Sitzgelegenheiten. Anja Szibalski und Karsten Strasser (beide Die Linke) haben den Fall aufgegriffen. (Foto: pr)

Wann bekommt die Bushaltestelle Böttcherkamp endlich den versprochenen Unterstand?

Von Reinhard Schwarz.

Wann kommt die überdachte Bushaltestelle „Böttcherkamp“? Das fragt sich das Luruper Ehepaar Berta und Arnim Weichold (beide 78).
Hier, an der Bornheide, hält die Buslinie M21 und der Schnellbus 39. Mit dem Umbau der Straße im Rahmen des Busbeschleunigungsprogramms wurden die Fahrgastunterstände auf beiden Straßenseiten entfernt. Seit Monaten warten die Weicholds nun auf eine Haltestelle mit Sitzgelegenheit und Dach. Bisher vergeblich.
„Mein Mann hat vor kurzem den Wagen verkauft, jetzt fahren wir mit öffentlichen Verkehrsmitteln und haben beide eine Jahreskarte“, schildert Berta Weichold. „Mein Mann kann seit einer Knieoperation nicht lange stehen und muss sich häufiger hinsetzen. Es ist eine Qual für ihn, wenn er lange stehen muss - und dann auch noch bei Regen und Kälte.“
Wer ist eigentlich verantwortlich für die überdachten Wartehäuschen? Die Busunternehmen sind es nicht, heißt es bei der VHH. Die Busunternehmen seien nur für die Haltemasten verantwortlich.
Nach mehreren Telefonaten stellt sich heraus, dass die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation zuständig ist. Die antwortet auch prompt auf die Anfrage. „Im Böttcherkamp Fahrtrichtung Süden wurde letzte Woche der endgültige Fahrgastunterstand aufgestellt“, erklärt Sprecherin Susanne Meinecke. „Je nach Wetterlage und Baufortschritt ist damit zu rechnen, dass der Fahrgastunterstand in die andere Richtung, also Richtung Schenefelder Platz, im März/April aufgestellt wird.“ Grund für die Verzögerung bei der Einrichtung des Unterstands sei die unregelmäßige Witterung mit Frost und Regen gewesen.
Nachfrage bei den Weicholds. Berta Weichold weiß nichts von einen Fahrgastunterstand. „Da habe ich noch nichts von gemerkt. Bei uns ist gar nichts überdacht.“
Ein Schildbürgerstreich? Eine behördeninterne Fehlinformation? Sie selbst habe HVV-Mitarbeiter befragt, sagt die Luruperin. „Die haben gesagt, sie hätten nur drei provisorische Unterstände für das gesamte Stadtgebiet.“ Auch fehlten bis jetzt noch die Fahrpläne, obwohl sie bei der Busgesellschaft VHH angerufen habe. „Ein Mitarbeiter sagte, er gibt das weiter. Aber geschehen ist bisher nichts.“

Ein Unding
Kein Unterstand am Böttcherkamp: Bezirksabgeordneter Karsten Strasser (Die Linke) hatte den Fall im Dezember 2014 aufgegriffen und der Bezirksversammlung Altona vorgelegt. Die fasste bereits am 11. Dezember einstimmig einen Beschluss, demzufolge der zuständige Landesbetrieb Straßen, Brücken, Gewässer aufgefordert wird „unverzüglich für den Böttcherkamp auf beiden Seiten einen Fahrgastunterstand aufzustellen“. Auch an anderen provisorischen Haltestellen sollten regensichere Sitzgelegenheiten geschaffen werden. Strasser: „Es ist ein Unding, dass bei der stadtweit rund 260 Millionen Euro kostenden Busbeschleunigung während der Bauzeit an vielen Ersatzhaltestellen keine Fahrgastunterstände angeboten werden.“
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