„Ich habe Angst, dass Lurup ein Ghetto wird“

Monika Brakhage und Anna Hampe (v. r.), Mitarbeiterinnen der Abteilung Soziale Planung im Bezirksamt Altona, moderierten den Stadtteilworkshop und führten auch Protokoll. Die Verwaltungsexpertinnen bekamen von Lurupern wie Kirsten Brodersen viele Antworten auf ihre zentrale Frage: „Wie lebt es sich in Lurup?“. Foto: da
Hamburg: Stadtteilhaus Lurup |

Bezirksamt befragte 15 Luruper - Ergebnisse fließen in Studie über den Stadtteil ein

René Dan, Lurup
Mehr als zwei Stunden gaben 15 Luruper Antworten auf verschiedene Aspekte einer zentralen Frage: „Wie lebt es sich in Lurup?“ Das wollten Monika Brakhage und Anna Hampe, Mitarbeiterinnen des Bezirksamtes Altona, wissen. Die Ergebnisse des Workshops im Stadtteilhaus Lurup sollen in die „Sozialraumbeschreibung für Lurup“ einfließen ­– also eine Studie, die den Stadtteil beschreibt (siehe Info).
Die Aussagen zur Lebensqualität fielen unterschiedlich aus. „Ich habe Angst, dass Lurup ein Ghetto wird“, sagte eine Teilnehmerin mit Blick auf eine zunehmend höhere und engere Bebauung. Auch der Blick auf die Einkaufssituation fiel kritisch aus. „Wenn man zu Fuß gehen muss, ist die Versorgung schlecht“, klagte ein älterer Bürger. Sabine Tengeler vom Luruper Forum bestätigte diese Aussage vor allem für das Flüsseviertel. Pastorin Britta Goerke wusste andererseits zu berichten, wie Luruper für eine 90-Jährige einkaufen. Für mehr Mobilität schlug Monika Brakhage den Einsatz von Kleinbussen vor.
Mehr Unterstützung für Bürger, die sich selbst nicht helfen können, forderte Jutta Krüger vom Lichtwark-Forum: „In beiden Einkaufszentren sollte je eine Anlaufstelle geschaffen werden, in der Bürger in sozialen Fragen beraten werden.“
Mehrere Luruper äußerten sich besorgt über das Image des Stadtteils. Sie kritisierten auch den Verlust von Einrichtungen wie Ortsdienststelle, Bücherhalle oder Fama-Kino. „Es fehlt Geld für ein Kulturmanagement“, sagte Sabine Tengeler mit Blick auf das Stadtteilhaus. Wie wichtig diese Institution ist, betonten zahlreiche Redner – ein dickes Plus für den Stadtteil, darüber waren sich alle einig.
Damit eng zusammenhängend wurde als wichtige Kraft für den Stadtteil das Luruper Forum gelobt. Im Stadtteilbeirat, so Jutta Krüger, „sind alle vertreten“. Allerdings äußerte Sabine Tengeler Angst darüber, ob das Forum auch künftig den Verfügungsfonds in Höhe von 10.000 Euro wird haben können, der Stadtteilinitiativen unterstützt.
Groß war die Bandbreite der besprochenen Themen des Workshops, für die Luruper Teilnehmer war jedoch klar. „Wir freuen uns“, so Sabine Tengeler zu den Bezirksmitarbeiterinnen Brakhage und Hampe, „wenn Sie wiederkommen.“
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