Gute Sprachförderung für Luruper Schulen und in ganz Hamburg

Bürgerschaftsfraktion vor Ort am 23. Juli 2013 in Lurup (v.l.n.r.): Dora Heyenn, Karsten Strasser und Aysel Özkan diskutieren über Sprachförderung (Foto: Sabine Tengeler)
Hamburg: Stadtteilhaus Lurup |

Frühzeitige und gute Angebote zur Sprachförderung haben hohe Bedeutung für die Bildungschancen vieler Kinder. Dies gilt vor allem für Kinder, die in einem sozial belasteten Umfeld aufwachsen. Deshalb ist es katastrophal, dass die Sprachförderung an zwei Luruper Grundschulen jetzt massiv gekürzt wird (Grundschule Franzosenkoppel und Fridtjof-Nansen-Schule) und die Schule Luruper Hauptstraße nicht die dringend erforderlichen zusätzlichen Ressourcen für eine gute Sprachförderung erhält.

Hintergrund dieser fatalen Entwicklung ist die aktuelle Erhebung nach dem Sozialindex KESS, mit dem die die Ressourcenverteilung für die Hamburger Schulen gesteuert wird. Die genannten Luruper Schulen haben im Vergleich mit Schulen in anderen Gebieten besser abgeschnitten als bei der letzten Erhebung. Dabei hat sich die Anzahl der Kinder mit Verhaltensauffälligkeiten, sonderpädagogischem Förderbedarf und extremen Sprachförderbedarf an den drei betroffenen Luruper Grundschulen kontinuierlich erhöht. Die bessere Bewertung dieser Schulen liegt daran, dass die Förderbedarfe an anderen Schulstandorten noch stärker angewachsen sind. Der Sozialindex KESS als relatives Bewertungssystem führt somit zu dem grotesken Ergebnis, dass den Schulen die Förderangebote gestrichen werden, obwohl die soziale Situation sich nicht geändert oder sogar verschlechtert hat. Das KESS-Einstufungssystem führt unter den Bedingungen eines nicht auskömmlichen Gesamtbudgets immer dazu, dass einzelne Schulen mit zu geringen Förderressourcen ausgestattet werden. Von diesem Effekt sind jetzt die Luruper Schulen betroffen: Trotz erheblicher sozialer Probleme im Umfeld, erhalten sie künftig weniger Förderung.

DIE LINKE: Kürzungen sind vollkommen inakzeptabel

Dies ist nach Ansicht der LINKEN vollkommen inakzeptabel: Als Sofortmaßnahme wird daher die Schaffung eines „Feuerwehrfonds“ im Landeshaushalt gefordert, aus dem die von einer nicht angemessenen Einstufung im KESS-System betroffenen Schulen kurzfristig mit den erforderlichen zusätzlichen Ressourcen – insbesondere bei der Sprachförderung – versorgt werden können. Aysel Özkan, Bezirksabgeordnete und kultur- und bildungspolitische Sprecherin, sagte zu, dass sich die Altonaer LINKSFRAKTION für einen solchen „Feuerwehrfonds“ einsetzen werde. Nach Einschätzung von Dora Heyenn, Fraktionsvorsitzende DIE LINKE in der Bürgerschaft, ist der Sprachförderbedarf an allen Hamburger Schulen erheblich gestiegen. DIE LINKE fordere daher, dass an allen Schulen unabhängig von der jeweiligen KESS-Einstufung, ein Mindestangebot für die Sprachförderung bereitgestellt werden müsse, so Heyenn weiter. Der zurzeit praktizierte KESS-Verteilungsmodus führe zu der inakzeptablen Entwicklung, dass Schulen schlechter mit Sprachförderangeboten ausgestattet werden, obwohl die Förderbedarfe gestiegen seien. Karsten Strasser, Bezirksabgeordneter (DIE LINKE) erinnerte daran, dass Lurup bereits in den vergangenen Jahren erheblich durch den Sozialabbau der verschiedenen Senate betroffen war: Bereits 2005 sind Bücherhalle und das Haus der Jugend geschlossen worden und die gute Förderung in den integrativen Regelklassen wurde stark reduziert. Zu Recht reagieren die Luruperinnen und Luruper jetzt sehr betroffen auf die beschlossene weitere Kürzung der Förderangebote an ihren Grundschulen. Mehr Informationen: www.karstenstrasser.de
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