Gewehr und Moped im Helmuth-Schack-See

Polizeihauptkommissar Fred Siebels und Hermann Mahnkopf von der Angler-Interessen-Gemeinschaft mit dem geklauten Motorroller, den Angler aus dem Schlamm des Helmuth-Schack-Sees gezogen hatten.

Im Trüben gefischt: Entmüllungsaktion fördert Ungewöhnliches zutage.

Reinhard Schwarz, Osdorfer Born.
Das Ding stinkt erbärmlich nach Schlamm, wirkt aber auf den ersten Blick noch passabel. Freiwillige der Angler-Interessen-Gemeinschaft von 1962 hatten das Moped mit der Bezeichnung „Keeway RY 8 Racing“ aus dem Helmuth-Schack-See gezogen. Nun steht das gute Stück herrenlos am Wegesrand. „Das Motorrad wurde im Mai 2012 gestohlen“, findet Hajo Heidenreich, Bürgernaher Beamter (BünaBe), per Sprechfunk heraus. Seit 2010 treffen sich alle zwei Jahre örtliche Polizei, Angler und Nutzmüll-Mitarbeiter vor Beginn der Vegetationsperiode an dem Gewässer, um im Trüben zu fischen. Und jedes Mal werden sie fündig.
„Wir ziehen jedes Mal eine Mofa raus“, zuckt Hermann Mahnkopf von der Angler-Interessen-Gemeinschaft die Schultern. Dabei soll es an diesem Tag nicht bleiben. Später noch fischen die Müllsucher ein abgesägtes Jagdgewehr aus dem See. Das Gewehr mit zwei Abzügen und einem Zielfernrohr stammt aus einem Einbruch am 17. November 2013, findet Heidenreich heraus: „Das Gewehr lässt sich über die Seriennummer identifizieren.“
Die Sonne scheint zwar, doch es ist noch lausig kalt an diesem Sonnabendmorgen. Auf der Südseite des Sees durchforsten Mitarbeiter von Nutzmüll den Grund des Gewässers. „Ein Klapphocker, ein Partygrill, ein Gestell, vermutlich von einem Motorroller“, listet Mitarbeiter Peter Rathmann die Ausbeute auf. „Wir werfen unsere Haken ins Wasser und ziehen die Sachen dann an Land.“ Aber auch an Land werden die Mitarbeiter fündig, so Rathmann: „Wir haben bisher zwei Müllsäcke mit Flaschen und Kleinkram gefunden.“ Die Bilanz? „Geht so“, gibt er sich zurückhaltend. „Papier, Flaschen, Dosen - die Leute werfen praktisch alles weg, was sie im Haushalt haben“, so Rathmann. „Man ärgert sich, aber das ist ja nun mal unser Job.“
Doch wohin mit dem schlammigen Moped? „Das kommt zum Verwahrplatz in Rothenburgsort“, erläutert Heidenreich. Die zweijährliche Aufräumsaktion ergebe Sinn, so der Polizist: „Für uns ist der Naturschutz wichtig.“ Und fügt hinzu: „Wenn die Bürger ihren Müll legal entsorgen würden, wären Aktionen wie diese nicht nötig.“

Der Helmuth-Schack-See im Born Park, ein Nacherholungsgebiet an der Grenze zu Schleswig-Holstein, ist eigentlich gar kein See, sondern ein Rückhaltebecken zur Regulierung der Wasserstände. Vor Entstehung des Gewässers befand sich dort das sogenannte Deesmoor, ein Rest der eiszeitlichen Moorniederung am Nordwestrand der Osdorfer Feldmark. Benannt wurde der See nach „Opa Schack“, der sich in den 1970er Jahren für Kinder und Jugendliche engagierte, indem er unter anderem Optimisten-Jollen zimmerte und zeigte, wie man mit den Booten über den See schippert. Schack starb 1981 im Alter von 74 Jahren.
(Quelle: Angler-Interessen-Gemeinschaft von 1962)
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