Einmal Schurke werden und zum Südpol reisen

Hajo Heidenreich vor seinem Revier, dem Polizeikommissariat 26 in Osdorf.

Hajo Heidenreich verlässt sein Revier

Miriam Kopf, Osdorfer Born

Auf „seinem Kiez“ ist der waschechte Hamburger Hajo Heidenreich bekannt wie ein bunter Hund. Nicht als Ganove. Diese Rolle fällt dem 60-jährigen Hauptkommissar nur in Filmrollen zu. Als bürgernaher Beamter kennen und schätzen ihn die Borner seit neun Jahren. Am Mittwoch, 12. November, ist sein letzter Tag auf dem Osdorfer Revier.

Hajo Heidenreich, warum hören Sie auf?
Ich durfte noch ein Jahr verlängern. Das ist jetzt rum. Am 31. Januar 2015 gehe ich offiziell in Rente. Aber ich habe noch Resturlaub und Überstunden.

Wollten Sie schon immer Polizist werden?
Erst Astronaut, dann Soldat, recht schnell Polizist. Ich wollte ganz dicht am Bürger arbeiten. Mit 18 fing ich an. Mir macht es Spaß, den Menschen in jeglicher Form zu helfen.

Ihre prägendsten Erlebnisse?
Das wohl schönste: Meine Frau lernte ich während einer Verkehrskontrolle kennen. Sie fuhr ohne Warndreieck und Verbandskasten. Das Ticket gab es zum Date. Das schlimmste: Als ich beim Verkehrsunfalldienst war, sah ich ein Kind sterben. Ich rate jedem, mit engen Vertrauten über solche Erlebnisse zu sprechen.

Wer wird Ihr Nachfolger?
Es gibt leider noch keinen.

Was kommt jetzt?
Mich interessiert Hospizarbeit. Beim Weißen Ring möchte ich mich engagieren. Weiterhin in der Bücherhalle Kriminal-geschichten vorlesen. Meine Tätigkeit in Kirchengemeinde und Gewerkschaft fortsetzen.

Was planen Sie außer Ehrenamt?
Auf meiner 30 Jahre alten BMW durch die Gegend düsen. Wenn meine Frau in fünf Jahren in Rente geht, reisen: Nach Südamerika, Australien und an den Nord- oder Südpol möcht ich gern. Und bestimmt werde ich auch wieder die eine oder andere Filmrolle annehmen.

Als Schurke oder Polizist?
Da bin ich offen. Seit Jahren bin ich immer mal am Set, etwa vom Tatort, Stubbe oder Lenßen und Partner. In einer Rolle spielte ich einen Autohändler, der seine Schwester auf den Strich schickt. Es war interessant, sich als Täter zu geben.
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