Das gleiche Elend wie jedes Jahr

Mitmach-Kindertheater im Stadtteilhaus Böv 38. Dort muss man wieder zittern, ob es im nächsten Jahr genug Geld für den Weiterbetrieb des Kulturzentrums gibt. (Foto: pr)

Luruper Stadtteilkulturzentrum bangt um seine Existenz -
die Finanzierung fürs nächste Jahr ist unsicher

Mit der Finanzierung für das Luruper Stadtteilhaus Böv 38 ist die Politik im Bezirk Altona in zwölf Monaten keinen einzigen Schritt vorangekommen. Wie geht es im kommenden Jahr weiter? Keiner weiß es.
Mit einem Antrag im Haushaltsausschuss wollten Linke und SPD jetzt erreichen, dass die drei Stadtteilkulturzentren im Altonaer Kerngebiet – GWA St. Pauli, Haus Drei und Motte – je 18.000 Euro abgeben an die „kleine Schwester“ Böv 38. Bei den sehr viel größeren Etats, die den drei Häusern zur Verfügung stehen – das Böv 38 bekommt im Jahr 38.000 Euro institutionelle Förderung, die drei Kerngebiets-Kulturhäuser gemeinsam 900.000 Euro – scheinen 18.000 Euro ein Klacks, der leicht zu verschmerzen scheint. Stimmt nicht, sagen die großen Drei.
„Motte“-Geschäftsführer Michael Wendt: „Unsere Finanzen sind nicht auskömmlich, wir arbeiten bereits defizitär, leiden unter einer unglaublich hohen Sparquote. Es geht uns schon jetzt an die Substanz.“ Eine Umschichtung der Gelder zu Gunsten des Böv 38 werde dazu führen, dass es zu deutlichen Verschlechterungen in der Arbeit aller Stadtteilkulturzentren kommen werde. „Das gibt Unruhe“, glaubt er.
CDU und Grüne sind auf seiner Seite. Sie blockieren den Vorschlag von SPD und Linken, den einen Geld wegzunehmen, um es den anderen zu geben. Sie finden: Die Kulturbehörde muss für die Stadtteilkulturzentren einfach mehr Geld lockermachen. Dann wird auch das Böv 38 auskömmlich finanziert.
Doch dieser Tipp ist wertlos - denn die Kulturbehörde wird, wie die ganze Stadt, von der SPD regiert. Die muss sparen und tut es ganz besonders bei den Stadtteilkulturzentren.
Die Lösung, sagen CDU und Grüne, sind die Wahlen im Februar. Da, hoffen sie, werde die SPD ihre absolute Mehrheit verlieren und gezwungen sein, eine Koalition einzugehen. Und dann, ja dann, sei man in der Position, dem Böv 38 zu Geld zu verhelfen.
Schön wär’s, aber noch dauert es bis zur Wahl, und in die Zukunft kann keiner schauen. Also setzt man im Böv 38 auf den Spatz in der Hand: „Wir fänden es nett, wenn das Geld unter den Stadtteilkulturzentren gerechter verteilt wird“, sagt Sprecherin Sabine Tengeler.
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