Computer: Das können die Jungen einfach besser!

Wenn Schüler zu Lehrern werden: Jugendliche zeigten im Eidelstedter Bürgerhaus Senioren, wie man im Internet surft und mit dem Laptop umgeht.

Wenn Schüler zu Lehrern werden: Jüngere zeigen Älteren, wie das mit dem Computer geht.

Von Reinhard Schwarz.
Mit 70 Jahren setzte sich Albrecht Wernicke noch mal auf die Schulbank. Sein Lehrer ist mehr als 50 Jahre jünger. Fünf Wochen lang zeigte Anton Ludwig von der 9e der Stadtteilschule Eidelstedt jeden Freitag dem Gartenbauingenieur im Ruhestand, wie man im Internet surft, sich Ärzte oder Reisen und Hotels heraussucht oder Preisvergleiche anstellt. „Ich bin hier mit null Ahnung hergekommen, jetzt kann ich im Internet surfen. Für mich ist das ein voller Erfolg“, schwärmt Wernicke.
„Jung hilft Alt“ heißt das Projekt, das im Eidelstedter Bürgerhaus sehr gut angenommen wird. „Die Grundidee des Projekts besteht darin, dass Jugendliche aus den umliegenden Schulen in ihrer Freizeit Senioren den Umgang mit dem Computer näher bringen“, schildert Bürgerhaus-Mitarbeiterin Nicola Schulz-Bödeker. Der Clou: Der Frontalunterricht von einst ist abgeschafft, jeder der Kursteilnehmer hat je einen „Lehrer“ an seiner Seite. Schulz-Bödeker: „Da gibt es kein Durchpauken mehr, es kann individuell gearbeitet werden. Denn jeder hat andere Defizite.“
Ingeborg Danzfuss (76) aus Stellingen hat bereits Erfahrung mit dem Personal Computer (PC). „Ich hatte im Beruf mit Computern gearbeitet und kenne noch Word Perfect (ein älteres Textverarbeitungsprogramm, d. Red.). Von daher hatte ich keine Angst vor PC und Notebook, allerdings vor einem Systemabsturz“, so die frühere Sekretärin.
Erfolgserlebnisse gibt es auch bei den Schülern. Denn die finden Bestätigung darin, dass sie Älteren etwas beibringen können. „Erstmal dachte ich, das wird langweilig“, schildert Anton Ludwig seine Erlebnisse als Schüler-Lehrer. „Es hat aber Spaß gemacht, das war für mich eine Erfahrung mehr, und eigentlich könnte das jeder“, sagt der Schüler. Die Schüler erhalten für ihr Engagement ein Zertifikat, also einen Nachweis über ihre ehrenamtliche Tätigkeit. Ein Norderstedter Schüler habe mit diesem Nachweis sogar seinen Traumjob als Lokführer-Auszubildender bei der Deutschen Bahn gefunden, sagt die Informatikerin Andrea Trappe, die die Idee zu den „Jung hilft Alt“-Kursen hatte.
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