Busbeschleunigung: nicht immer schlecht

Mehr Barrierefreiheit: Die Bushaltestellen am Kressenweg wurden im Rahmen des Busbeschleunigungs-Programm für 590.000 Euro umgebaut. Nicht unumstritten: Radfahrer werden auf die Straße zwischen Busse und Autoverkehr gelenkt.

Die Bushaltestelle am Kressenweg ist jetzt komfortabler, nur an der Radwegführung musste nachgebessert werden.

Von Reinhard Schwarz.
Sie ist umstritten wie kaum ein anderes Projekt des SPD-Senats: die Busbeschleunigung. Vor allem die CDU hat dieses Vorhaben ins Visier genommen und geißelt Dauerbaustellen sowie angebliche Geldverschwendung. Doch nicht jede Maßnahme des Programms gilt der Opposition als kritikwürdig. Ein Beispiel: die Bushaltestelle „Kressenweg“ am Rugenbarg, Höhe Bauhaus (ehemals Praktiker).
Was wurde hier verändert? Die Haltestellen wurden auf beiden Seiten auf jeweils 57 Meter verlängert, sodass drei Gelenkbusse mit einer Länge von je 18 Metern gleichzeitig hier halten könnten. Weiterhin haben die Busse an den Ampeln eine „Vorrangschaltung“ bekommen. Laut Wirtschaftsbehörde wurden die Haltestellen mit „Kasseler Sonderbord“ ausgestattet – besonders helle Bordsteine, die in der Höhe den Ausstiegen der Busse angepasst sind, so dass Gehbehinderte und Mütter mit Kinderwagen leichter ein- und aussteigen können.
Eine weitere Besonderheit: Die Radspur wird auf beiden Seiten auf die Fahrbahn geführt. Hier habe es Beschwerden gegeben, räumt Sprecherin Helma Krstanoski ein. Autofahrer hätten die Begrenzungen des Radwegs nicht beachtet. „Hier hat die Polizei 'Nägel' aufgebracht, was die Disziplin der Autofahrer erhöht haben dürfte.“
Was kostet der Umbau der beiden Haltestellen? Die Kosten belaufen sich laut Wirtschaftsbehörde auf rund 590.000 Euro.
Was sagen Kritiker der Busbeschleunigung? „Wir kritisieren nicht grundsätzlich jede Maßnahme zur Busbeschleunigung“, erklärt Tim Schmuckall (CDU). Vielmehr missbillige man Vorhaben wie etwa an der Bornheide am Osdorfer Born, wo 40 Bäume geopfert würden „und nur ein paar Sekunden gewonnen werden“. Darüber hinaus könnten Fahrkartenautomaten an den Haltestellen eine zusätzliche Zeit-ersparnis bringe, weil die Busfahrer vom Kassieren entlastet würden.
Wie sehen Befürworter die Maßnahme? „Ich sehe am Kressenweg kein Problem, hier steht die Barrierefreiheit im Vordergrund“, sagt Henrik Strate (SPD). Die Verlegung des Radweges auf die Straße sei zu begrüßen: „Weil die Radfahrer damit erkennbarer sind für Busse und Autoverkehr.“ Auch die geforderte Stadtbahn würde „für mindestens zehn bis 15 Jahre wandernde Baustellen nach sich ziehen, mal abgesehen davon, dass sie unbezahlbar ist“.
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