50.000 Euro Preisgeld für das Bildungshaus Lurup

Ein Signal in Richtung bildungspolitischer Chancengleichheit in Deutschland: Die Luruper Preisträger des Karl Kübel Preises, Annette Berg (2. v. l.), Schulleiterin der Schule Langbargheide, und Ulrike Kloiber (3. v. l.), Leiterin der Kita Moorwisch, mit den Jurymitgliedern Florian Sitzmann (l.), Kathrin Succow und Hans-Werner Meyer (2. v. r.), dem Botschafter des Karl Kübel Preises 2012, sowie dem Stiftungsratsvorsitzenden Matthias Wilkes. Foto: pr
Hamburg: Kita Moorwisch |

Karl Kübel Preis geht an Kooperationsprojekt, das auch Kinder mit Behinderung unterstützt

Jonas Hammel, Lurup/Frankfurt am Main
Für Ulrike Kloiber kam die Auszeichnung völlig überraschend, und umso größer war auch ihre Freude: „Für mich unterstreicht die Verleihung des Karl Kübel Preis 2012, dass wir mit dem inklusivem Konzept des Bildungshauses Lurup auf dem richtigen Weg sind. Es ist für alle Menschen, die zum Gelingen des Projektes beitragen, eine große Auszeichnung ihrer Arbeit“, freut sich die Leiterin der Luruper Kita Moorwisch.
Ulrike Kloiber und Annette Berg, Leiterin der Schule Langbargheide, nahmen in Frankfurts geschichtsträchtiger Paulskiche die Ehrung entgegen. Benannt ist der Preis nach dem sozial engagierten Unternehmer und Stifter Karl Küber (1909-2006). In der Begründung der Siftung heißt es unter anderem: „Das Bildungshaus baut in vorbildlicher Art und Weise Barrieren und Hürden für Kinder mit Behinderung und ihre Familien ab.“ 
Seit 2007 kooperieren die Kita, die von der Evangelischen Stiftung Alsterdorf getragen wird, mit der Schule Langbargheide (siehe Info). Im Mittelpunkt steht dabei das Konzept der jahrgangsübergreifenden Lerngruppen. „Jedes Kind hat einen individuellen Förder- und Entwicklungsbedarf, der besonders in gemischten und altersunabhängigen Gruppen vorangetrieben werden kann“, erklärt Ulrike Koiber.
Dass diese Methode Zukunft hat, lässt sich vor allem anhand der steigenden Anzahl der Kinder, die später aufs Gymnasium wechseln, belegen. Trotz eines Migrationsanteils von über 90 Prozent, schaffen es mehr als 40 Prozent der Kinder des Bildungshauses Lurup aufs Gymnasium.
Ulrike Kloiber findet das Schulsystem nach Jahrgangsstufen völlig veraltet. „Jedem Kind muss die Möglichkeit gewährleistet werden, in seinem Lerntempo Fortschritte zu machen, daher steht das Interesse des Kindes bei uns an erster Stelle“, betont die Diplom-Pädagogin. Egal, welche Schwächen und Stärken ein Kind aufweist, das Bildungshaus Lurup möchte mit allen an die Spitze – und das gelingt Ulrike Kloiber zufolge am besten in ganz gemischten Gruppen.
Wofür aber wird das Bildungshaus den Geldregen von 50.000 Euro verwenden? Ulrike Kloiber: „Was wir konkret mit dem Preisgeld machen wollen, wissen wir noch nicht, aber es wird für alle Kinder von Nutzen sein.“

Bildungshaus Lurup: jahrgangsübergreifend lernen
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