350 Mützen für Flüchtlinge

Mützen, Mützen, Mützen – in sieben Stunden wurden 352 Beanies an den Nähmaschinen gezaubert. (Foto: pr)

Hilfsaktion der besonderen Art: Eidelstedter nähen warme Sachen

Von Jasmin Bannan, Eidelstedt/Stellingen

Die Nähmaschinen rattern, Stoffreste liegen in kleinen Häuflein auf dem Fußboden, immer wieder ruft jemand eine Zahl. Es war eine Hilfsaktion der besonderen Art, die im Eidelstedter Bürgerhaus stattfand: In sieben Stunden nähten sechs Frauen 352 Beanies (eine Art Pudelmütze, nur ohne Bommel) für die Flüchtlinge in Eidelstedt. Initiatorin der Aktion ist die Eidelstedterin Nicole Mitschke.
„Mein Hobby ist das Nähen. Als immer mehr Flüchtlinge zu uns nach Hamburg kamen und der Winter näher rückte, habe ich mir überlegt, wie ich helfen kann“, erzählt sie. Über Facebook hat sie Stoffspenden gesammelt und in Foren nach Mitnäherrinnen gesucht. Schnell wurde ein Raum im Bürgerhaus gebucht, und dann ging es los. Die fertigen Mützen haben sie in der Unterkunft im ehemaligen Praktiker-Baumarkt am Hörgensweg abgegeben.

Mitschke hilft Flüchtlingen im Alltag – täglich

Die 40-Jährige engagiert sich seit Oktober für Menschen aus Syrien und betreut darüber hinaus ehrenamtlich zur Zeit 16 Personen aus drei Familien. „Seit der Eröffnung der Erstaufnahme im ehemaligen MediMax in Stellingen bin ich nahezu täglich vor Ort, vereinbare Termine, begleite die Syrer zu Ärzten und Behörden.” In ihrer knappen Freizeit näht Mitschke immer noch – nicht nur für den eigenen Bedarf, sondern für die neugeborenen Kinder in den Erstaufnahmen. „Gerade jetzt in den kalten Tagen brauchen die Kleinsten Wärme und Schutz – meine Einschlagde-cken halten die Lütten hoffentlich ein bisschen warm”, so die Kauffrau.
Was bewegt eine zweifache Mutter, die nebenbei auch zwei Mal in der Woche in einem Büro jobbt, nahezu im Rund-um-die-Uhr-Einsatz für fremde Menschen zu sein? „Uns geht es hier in Deutschland sehr gut. Der Gedanke, mein Hab und Gut, Familie und Freunde einfach hinter mir zu lassen, macht mich unsagbar traurig. Dann in ein Land zu gehen, dessen Sprache ich nicht spreche und auch nicht verstehe, das stelle ich mir sehr schwierig und beängstigend vor. Das war und ist mein täglicher Antrieb, diesen Menschen zu helfen. Der Alltag in einem Camp ist wirklich sehr traurig und trübe – ich versuche mit meinen Besuchen ein wenig Licht und Lächeln zu zaubern.“
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