India Week 2015 - Friedensbotschaft in Lokstedt -

Guru Nanak Dev Ji: Ein Friedensstifter
 
Darbar Sahib
Hamburg: Gurdwara Singh Sabha | Ein buntes Publikum aus Familien mit deutscher und indischer Herkunft, Studenten und Lehrern, Freunden, Nachbarn und Bekannten versammelten sich am Samstag, den 7. November 2015 im Gurdwara Singh Sabha, dem Gotteshaus der Sikh-Gemeinde in Lokstedt. Anlaß für diese Versammlung war ein Vortrag über Guru Nanak Dev Ji, der Gründer des Sikhismus. Dieser Vortrag wurde im Rahmen der India Week von der Sikh-Gemeinde des Gurdwara Singh Sabhas vorgeschlagen und in Zusammenarbeit mit der Universität Hamburg, dem Asien-Afrika Institut organisiert.

Die ca. 120 Besucher konnten ab 15:00 Uhr nach einem indischen Tee und kleinen Süß- und salzigen Speisen sich in den Gebetsraum- Diwaan Hall - begeben. In einer ruhigen Atmosphäre sangen dort zwei Granthis - Priester- des Gurdwaras Singh Sabha, religiöse Lobgesänge aus dem Guru Granth Sahib, der heiligen Schrift der Sikhs. Diese Lieder wurden traditionell vorgetragen, in indischen Ragas und in Begleitung von Tabla - eine Art Trommel - und Harmonium.

Nach einer Begrüßung von Herrn Balwinder Singh, Mitglied des Vorstandes des Gurdwaras Singh Sabha und einer Einführung des Herrn Dr. Bhatt, Dozent an der Universität Hamburg, im Institut für Indologie und Tibet-Geschichte wurden die Bedeutung der äußeren Merkmalen der Sikhs, wie zum Beispiel das Tragen des Turbans und das ungeschnittene Haar, von einer jungen Frau der Gemeinde erläutert.
Kurz darauf folgte das Hauptthema des Vortrages: "Guru Nanak Dev Ji: Ein Friedensstifter". Guru Nanak ist im Jahre 1469 in Nord-Indien geboren und wurde als Baba Nanak, Guru Nanak und Lama Nanak, von unterschiedlichen Glaubensrichtungen anerkannt und respektiert. Wie konnte er es schaffen?

In einer Zeit, beherrscht von zahlreichen Kriegen, menschlicher Diskriminierung, religiöser Unterdrückung und politischer Korruption hat Guru Nanak die Menschlichkeit betont. Während vier großer Reisen hat Guru Nanak Hindus, Moslems und Yogis ermutigt, nicht nur an den Ritualen festzuhalten, sondern die guten Eigenschaften wie Mitgefühl, Zufriedenheit, Großzügigkeit und Verzeihung zu pflegen. Die Menschen sollten die äußeren Unterschiede und Trennungen wie Sprache, Kultur, Hautfarbe, Geschlecht, sozialer Hintergrund und Glaubensgemeinschaft überwinden. Sie sollten sich und die anderen Menschen einfach als Mensch betrachten. So ist es Guru Nanak gelungen, dass Menschen aus ganz unterschiedlichen Hintergründen nebeneinander gesessen haben, um an einem gemeinsamen Essen teilzunehmen und zu Gott zu beten. So, sagt Guru Nanak im 15. Jahrhundert, werden wir Frieden unter den Menschen erreichen.

Aus dem Vortrag konnte man deutlich entnehmen, dass Sikhismus nicht als Mischung vom Islam und vom Hinduismus entstanden ist. Vielmehr wurde auf einen universell, Inneren-Weg zu Gott hingewiesen, der von Gott durch Guru Nanak für die ganze Menschheit offenbart wurde. Dieser Weg führt durch Meditation zu einer Verbindung zu Gott in sich, welcher wiederum zum inneren Frieden führt.

Nach dem Vortrag hatte das Publikum Zeit, um den Vortragenden ihre Fragen zu stellen. So entstand eine bereichernde, öffentliche Diskussion.

Zum Abschluss sangen Jugendliche aus der Sikh-Gemeinde den religiösen Lobgesang "Anand Sahib", was "wahre Freude" bedeutet und das Gefühl nach der Diskussion gut rüberbrachte.

Die Gäste waren dann zu einem gemeinsamen, indischen, köstlichen Essen eingeladen. Sie haben sich anschließend über gerade erhaltene Informationen und Eindrücke ausgetauscht. So fanden in einer sehr entspannten Atmosphäre zahlreiche, tiefgehende und aufregende Einzelgespräche statt.

Fazit: Eine sehr gelungene Veranstaltung in Lokstedt, innerhalb der India Week 2015, ermöglicht durch die Kulturbehörde Hamburg.

Die Veranstaltung hat im Gurdwara Singh Sabha e.V. , Grandweg 97, 22529 Hamburg stattgefunden.
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