Gestatten, die Sikhs von Lokstedt

Wann? 30.05.2015 15:00 Uhr bis 30.05.2015 17:00 Uhr

Wo? Gurdwara Singh Sabha , Grandweg 97, 22529 Hamburg DE
Laurence Dumas und ihr Ehemann Sukhayal Singh möchten ihre Gemeinde im Stadtteil vorstellen. (Foto: cvs)
Hamburg: Gurdwara Singh Sabha |

Seit 30 Jahren gibt es ein Sikh-Zentrum am Grandweg - Religionsgemeinschaft stellt sich am 30. Mai vor

Christopher von Savigny, Lokstedt
Im Obergeschoss des Gurdwara, dem Gotteshaus der Lokstedter Sikh-Gemeinde, sitzen etwa 60 Mädchen und Jungen im Alter zwischen sechs und 14 Jahren im Schneidersitz auf dem Fußboden und lauschen ihrem Lehrer. Sie tragen bunte Tücher auf dem Kopf, die Jungen haben ihre Haarpracht teils zu einem kleinen Dutt aufgetürmt, der oberhalb ihrer Stirn prangt. Die vorherrschenden Farben sind Orange und Blau – sie vermitteln einen Eindruck von Lebendigkeit und Lebensfreude. Während der Pfingstferien besuchten die jungen Gemeindemitglieder das „Camp“, ein Freizeitprogramm, bei dem Geschichten vorgelesen werden und gesungen wird. Außerdem erteilten die Lehrer Unterricht in Panjabi, der Sprache des indischen Bundesstaats Punjab.
Vor knapp 30 Jahren hat sich der Lokstedter Verein Gurdwara Singh Sabha gegründet, eine von vier Sikh-Gemeinden in Hamburg. Rund 500 Menschen, deren Wurzeln im Punjab und in Afghanistan liegen, treffen sich hier regelmäßig zu Gottesdiensten und Meditationen. „Es ist immer eine Menge los“, sagt Laurence Dumas, die sich gemeinsam mit ihrem Mann Sukhayal Singh um die Öffentlichkeitsarbeit der Gemeinde kümmert. Im Erdgeschoss des weitläufigen Zentrums haben sich Männer, Frauen und Kinder zum Essen hingesetzt. Es gibt Linsen, Reis, Auberginen und Joghurt – ausschließlich vegetarische Kost. Alle reden durcheinander – die Stimmung ist laut und fröhlich.

Wanderprediger begründete die Sikh-Religion

Der Sikhismus ist eine relativ „junge“ Religion. Er wurde im 15. Jahrhundert in Nordindien durch den Wanderprediger Guru Nanak ins Leben gerufen. Zu den wesentlichen Merkmalen gehören die monotheistische Ausprägung und die Ablehnung sozialer Hierarchien. Als Zeichen der Gleichheit tragen alle Männer den Nachnamen Singh („Löwe“), die Frauen nennen sich Kaur („Prinzessin“). Auch das gemeinsame Auf-dem-Boden-Sitzen soll verdeutlichen, dass niemand einen höheren gesellschaftlichen Rang hat als sein Nachbar. Weltweit gibt es etwa 20 Millionen Sikhs, in Hamburg gehören der Glaubensrichtung etwa 3.000 bis 4.000 Anhänger an.

Besuchertag


Am Sonnabend, 30. Mai, veranstaltet das Sikh-Zentrum Gurdwara Singh Sabha, Grandweg 97, zwischen 15 und 17 Uhr einen Tag der offenen Tür. „Der Sikhismus ist in Hamburg wenig bekannt“, sagt Laurence Dumas. „Deshalb möchten wir gerne unsere Nachbarn einladen, uns zu besuchen.“ Auf dem Programm stehen ein Vortrag über die Sikh-Religion, musikalische Darbietungen und Meditationen. Der Tag klingt mit einem gemeinsamen vegetarischen Essen aus.
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1 Kommentar
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Nicole Josan aus Altona | 30.05.2015 | 08:36  
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