Lange Sperren nach Tritten gegen Schiedsrichter

Spielabbruch an der Rotenhäuser Straße: Die Spieler von Vorwärts Ost sind fassungslos , während der Schiedsrichter von Spielern und Zuschauern des Gastgebers Rot Weiss Wilhelmsburg eingekreist wird. Foto: privat

Urteil des Sportgerichts gegen zwei Spieler von
Rot Weiss Wilhelmsburg und einen Zuschauer

W. Düse, Wilhelmsburg

Dieser Spielabbruch hatte so hohe Wellen geschlagen, dass er sogar dem Hamburg-Journal des NDR eine Meldung wert war. Auch die Mühlen der Sportgerichtsbarkeit mahlten ungewöhnlich schnell.
Am Dienstag vergangener Woche war das Nachholspiel der Fußball-Kreisliga 1 zwischen Rot Weiss Wilhelmsburg und Vorwärts Ost kurz vor Schluss abgebrochen worden. Spieler von Rot Weiss hatten nach einem aus ihrer Sicht aus Abseitsposition erzielten Gegentreffer zunächst einen der Schiedsrichter-Assistenten verbal bedroht. Nach einer daraufhin erfolgten Roten Karte wurde Rot Weiss-Akteur Muhammed B. gegenüber dem Assistenten handgreiflich.
Lange Sperren für zwei
Spieler von Rot Weiss

Damit zettelte er eine Schlägerei an, an der sich Mitspieler und Zuschauer beteiligten und in deren Folge auch der Schiedsrichter Aziz Inam angegriffen wurde. Nach einem Notruf schickte die Polizei 16 Streifenwagen an den Rotenhäuser Damm (das Elbe Wochenblatt am Wochenende berichtete).
Rot Weiss muss 750 Euro Strafe zahlen
Bereits am Dienstag folgte eine dreieinhalbstündige Verhandlung vor dem Sportgericht. Der geständige Muhammed B. wurde dabei zu einer zweieinhalbjährigen Sperre verurteilt. Sein Mitspieler Volkan C., der sich mit Tritten und Schlägen an der Auseinandersetzung beteiligt hatte, erhielt eine einjährige Sperre. Mehmet G., der in seiner Freizeit bislang am liebsten beim Bezirksliga-Aufsteiger Zonguldakspor im Tor gestanden hatte, wurde bis zum Juni 2018 aus dem sportlichen Verkehr gezogen.
Er hatte sich als Zuschauer des Duells spontan zu einer Änderung seiner Freizeitaktivitäten entschieden und in der Schlägerei ebenfalls kräftig mitgemischt. Das Duell wurde mit 3:0 für Vorwärts Ost gewertet, Rot Weiss muss 750 Euro Strafe abdrücken.
Der einfache Teil des Problems ist damit gelöst, die schwierigen Teile harren noch ihrer Aufarbeitung: Es wurde Strafanzeige gestellt, der betroffene Schiedsrichter-Assistent hat aufgehört und wird wahrscheinlich versuchen, sich eine weniger gefährliche Freizeitbeschäftigung zu suchen. Und der kleine Verein Rot Weiss Wilhelmsburg steht vor der Herkules-Aufgabe, die er allein nicht lösen kann: Bei Teilen seiner Spieler und Zuschauer einen anderen Umgang mit ihrer liebsten Freizeitbeschäftigung durchzusetzen. Denn so geht Fußball auf Dauer nicht.
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