Wohin mit den Fahrrädern?

Parken verboten – jedenfalls, was die „Laubengänge“ der Wohnanlage angeht. Hinweis: Das abgebildete Fahrrad steht dort nur zu Demonstrationszwecken. Foto: cvs

Kirchdorf: Senioren dürfen Drahtesel nicht mehr in „Laubengängen“ abstellen – Saga kommt Mietern entgegen

Ch.v.Savigny, Wilhelmsburg
Radfahren ist gesund und kostet wenig Geld. Auch die Bewohner der Seniorenwohnanlage am Kirchdorfer Damm sind fleißige Radler – davon zeugen die zahlreichen Drahtesel, die rings um das Gebäude herum zu finden sind.
Neuerdings jedoch gibt es ein Parkproblem. Denn der Vermieter, die Saga Unternehmensgruppe, hat den Senioren das Abstellen ihrer Zweiräder in den sogenannten „Laubengängen“ der Anlage – das heißt: auf den Fluren zwischen den Wohnungen – verboten. Als Hauptgrund werden feuerschutzpolizeiliche Vorschriften genannt.
Offenbar waren die Räder dort seit Jahren geduldet worden. Viele Bewohner fanden dies praktisch, weil der fahrbare Untersatz auf die Weise trocken und vor Diebstahl geschützt untergebracht war. Geht es jedoch nach dem Vermieter, kann man sein Gefährt jetzt nur noch im Keller deponieren – der lediglich über eine steile Treppe zugänglich ist.
Laut Jörn Frommann, CDU-Politiker aus Wilhelmsburg, stellt diese Treppe für ältere Menschen schon ohne Fahrrad im Schlepptau ein unüberwindbares Hindernis dar. „Das heißt, sie müssen ihre Räder irgendwo draußen abstellen bei Wind und Wetter, oder sie gleich ganz abschaffen, was einem Verlust von Freiheit gleichkäme“, so Frommann. Die von der Saga vorgeschlagene Alternative, überdachte und kostenpflichtige Parkplätze zu herzurichten, hält der CDU-Mann für zu teuer. „Die Mietkosten sollen 13 bis 15 Euro pro Fahrrad (und pro Monat, d. Red.) betragen. Dies ist für die Mieter aufgrund des geringen Einkommens nicht finanzierbar.“
In der Zwischenzeit hat die Saga Fakten geschaffen: Im Hinterhof der Wohnanlage am Kirchdorfer Damm entstand ein stabiles und wetterfestes Fahrradhaus. Was die Kosten angeht, zeigt sich das Unternehmen umgänglich. „Wir werden nun aktiv auf die Mieter zugehen, um uns über einen deutlich niedrigeren Mietpreis für die Fahrradstellplätze zu verständigen“, erklärt Saga-Sprecher Gunnar Gläser. Nach Auskunft von Frommann dürfen Fahrradparkplätze im geförderten Wohnungsbau höchstens vier Euro im Monat
kosten.
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