Wir schreiben ein Diktat!

Asiye Nas, Tolga Kip, Meryem Yenice und Jasmin Naeem (v.l.) bei „Hamburg schreibt“. Die vier Schüler der Stadtteilschule Stübenhofer Weg wollen Deutsch als Leistungskurs belegen. Foto: Tsilis

Wilhelmsburger Elftklässler trainierten für Finale von „Hamburg schreibt“

Von Andreas Tsilis. „Zum Diktat!“ – Wem fuhr als Schüler nicht der Schrecken in alle Glieder, wenn ein unangekündigter Test auf seinem Schultisch landete? Asiye Nas (17), Meryem Yenice (17), Jasmin Naeem (17) und Tolga Kip (17) Stadtteilschule Stübenhofer Weg haben keine Angst vor Diktaten. Sie machten bei „Hamburg schreibt“ mit und kamen freiwillig zum Probe-Diktatwettbewerb und „Trainingssamstag“ in die Ida Ehre Schule, um sich mit Schülern, Eltern und Lehrern aus ganz Hamburg zu messen.

„Wir sind alle gut vorbereitet!“

Die vier Elftklässler übten sich gemeinsam mit ihren Lehrern Reikya Behrend und Christian Prost in Fremdwortschreibung, Getrenn- und Zusammenschreibung, Groß- und Kleinschreibung und Laut- und Buchstabenbeziehung. Von Aufregung war bei den Wilhelmsburgern wenig zu spüren. „Wir sind alle gut vorbereitet“, sagte Tolga Kip und sprach damit aus, was seine Lehrer und Mitschülerinnen dachten.
Der dem Probediktat vorgeschaltete Workshop unter der Leitung von Melanie Kunkel aus dem Duden-Verlag (Berlin) hatte es allerdings in sich. Mancher Teilnehmer rieb sich verwundert die Augen, als es um „verblasste Substantive“, „durchkoppeln“ und Zweifelsfälle der deutschen Sprache ging.
Trotz strammen Programms war die Stimmung alles andere als bierernst. Für einen Lacher sorgte Winfried Adelmann. Auf die Frage der Duden Sprachexpertin wie man „Sitzen bleiben“ schreibt, antwortete der Professor für Gesangspädagogik: „In Hamburg ist Sitzen bleiben nicht möglich.“ Nach der Korrektur des Diktats blieben die meisten allerdings dennoch sitzen – nur wenige der knapp 80 Teilnehmer durften stehen: Sie machten keinen oder nur einen Fehler. Damit erfüllte sich auch der Wunsch der Ida Ehre-Schulleiterin und Gastgeberin Helga Wendland nicht. Vor Diktatbeginn hoffte die Rektorin noch, „das alle Null-Fehler machen“. Asiye, Meryem, Jasmin und Tolga haben nun noch zwei weitere Jahre Zeit, sich ausgiebig mit den Tücken der deutschen Rechtschreibung zu beschäftigen. Alle vier wollen Deutsch als Leistungskurs belegen.

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„Hamburg schreibt“

Der Diktatwettbewerb war ein Probelauf für das Hamburg-Finale. Dort wurden die besten drei Eltern, Lehrer und Schüler ausgezeichnet: Birte Hell, Schülerin am Gymnasium Alstertal, Christian Korioth- Steinbach, Lehrer an der Wichern-Schule, und Hans-Peter Schöllhorn bei den Eltern gewannen
und vertraten Hamburg bei „Frankfurt schreibt!“ gegen Teams aus Frankfurt, Hessen und Osnabrück.
Unterstützt wird der Diktatwettbewerb von der Joachim Herz-Stiftung, der Schulbehörde, dem Duden-Verlag und der Wochenzeitung „Die Zeit“.
In Frankreich, dem Vorreiter bei Diktatwettbewerben, schauen bis zu drei Millionen Zuschauer das TV-Finale.
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