„Wir kämpfen gegen die Vorurteile“

Gemeinsam wollen Silvia Petrovic und Tony Brzezinski einen Ort schaffen, wo alle Roma Hilfe finden können. Foto: Fatma Şahin

Silvia Petrovic und Tony Brzezinski möchten mit ihrem Verein Cacodron die Integration der Roma in Wilhelmsburg fördern

Von Fatma Şahin. „Roma sind asozial, klauen und stinken – das stimmt alles nicht!“, sagt Tony Brzezinski energisch. Mit diesen Vorurteilen hatte er als polnischer Roma sein Leben lang zu kämpfen. Heute setzt sich der 30-Jährige für die Roma in Wilhelmsburg ein und gründet gemeinsam mit Silvia Petrovic den Verein Cacodron. „Mit unserem Verein wollen wir die Vorurteile brechen“, erklärt die schwedische Roma Silvia Petrovic das Ziel ihres Vereins.
Auf Romani, der Sprache der Roma, bedeutet Cacodron „der richtige Weg“ und soll die Jugendlichen sowie Erwachsenen in Wilhelmsburg in vieler Hinsicht unterstützen. Neben der Beratung in rechtlichen Fragen sollen auch Kurse für Kinder und Erwachsene angeboten werden.

Nachhilfe und kulturelle Förderung für Jugendliche

Besonders junge Roma haben große Probleme: „Die Kinder haben keine Perspektiven und Ziele im Leben und werden von ihren Eltern nicht unterstützt.“
Petrovic ist von Schweden nach Hamburg gezogen, um diesen Kindern zu helfen. Immer wieder wird sie mit neuen Ereignissen konfrontiert, die ihr völlig fremd sind. „In Schweden werden die Roma in jeder Hinsicht unterstützt und arbeiten in hohen beruflichen Positionen“, erklärt die 46-Jährige, die selbst Jura studiert hat.
Um die Jugendlichen schulisch zu fördern bietet der Verein eine Nachhilfe in der Freien Schule Hamburg an. „Die Schule sowie die Lehrer haben großes Interesse an unserer Arbeit gezeigt“, erklärt Tony Brzezinski. Mit der angebotenen Nachhilfe möchten sie die Jugendlichen in ihrer schulischen Laufbahn unterstützen und ihnen helfen, ihre Ziele für ihr Leben bestimmen. Zudem sollen sie ihre eigene Kultur besser kennenlernen.

Vorurteile versperren den Weg in die Arbeitswelt


Im nächsten Jahr soll auch viel für Erwachsene passieren, die auf Arbeitssuche sind. Tony Brzezinski kann sie beim Schreiben von Bewerbungen unterstützen, dennoch sei es nicht einfach, eine Arbeitsstelle zu bekommen: „Die Vorurteile versperren vielen den Weg.“
Um dieses Problem zu lösen, möchte der Verein in Zukunft auch mit dem Arbeitsamt zusammenarbeiten. Die Planungen dafür laufen.

Nachhilfe:

Freie Schule Hamburg
Am Veringhof 9,
Dienstags von 16 bis 18 Uhr
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