Wilhelmsburg per App

Der Stübenplatz damals und heute: Robert Welti (l.) und Gerrit Hußmann demonstrieren die Funktionsweise ihrer Wilhelmsburg-App. Foto: cvs

Elbinsel-Geschichte: Softwarefirma entwickelt kostenloses Handyprogramm für Spaziergänger

Ch.v.Savigny, Wilhelmsburg
Beim Vorbeigehen macht das Handy auf sich aufmerksam. „Yay! Du hast ein neues Bild gefunden“, steht auf dem Display. Vor wenigen Monaten ist die Software-Schmiede „Iridea“ mit ihrer App „Wilhelmsburg Oldschool" gestartet, die den Elbinsulanern auf spielerische Weise die Geschichte ihres Stadtteils näherbringt. Das kleine, kostenlose Programm kommt gut an: „Es gab bereits mehrere hundert Downloads“, sagt Robert Welti von Iridea, die auf St. Pauli ihren Firmensitz hat. Auch die Bewertungen seien bislang durchweg positiv gewesen. „Wir kriegen eigentlich immer fünf Sterne“, freut sich Welti.Die Funktionsweise von „Oldschool“ ist denkbar simpel: Über den Google Play Store (für Android) oder über den App Store (für iPhone) hat der Nutzer die Möglichkeit, das Programm herunterzugeladen. Anschließend kann man gleich losziehen, um das Wilhelmsburg vergangener Tage zu entdecken – etwa den Hafen oder auch das Reiherstiegviertel.
Genau 24 historische Bilder sind im Stadtteil versteckt, das Gebiet reicht von der Hafenrandstraße bis Groß Sand und vom Veringkanal bis zur Georg-Wilhelm-Straße. Als Sender fungieren kleine „Beacons“, die in verschiedenen Geschäften und Kneipen des Viertels untergebracht sind, und die mittels Bluetooth das eingeschaltete Handy kontaktieren. Die Fotografien, die zwischen 1900 und 1970 aufgenommen wurden, haben die „Oldschool“-Macher in Zusammenarbeit mit der Wilhelmsburger Geschichtswerkstatt ausgesucht.
Den Iridea-Mitarbeitern geht es nicht darum, pädagogisch tätig zu werden: Die Nutzer sollen ganz einfach ihren Stadtteil kennenlernen und dabei Spaß haben. Etwa drei Kilometer lang ist der Rundkurs, der alle 24 „Points of Interest“ abklappert – den genauen Weg muss man allerdings selbst herausfinden. Um die Suche zu vereinfachen, poppen manchmal – leicht verrätselte – Hinweise auf dem Bildschirm auf: „Trink mal nen' Kaffee mit Ausblick“ lautet einer davon. Na?
Für Iridea ist das Ganze ein Spaßprojekt, das ganz nebenbei dabei hilft, die Möglichkeiten der Bluetooth-Technik auszutesten. Mindestens ein Jahr soll „Oldschool“ in Betrieb bleiben. „Dann sehen wir weiter“, sagt Welti.
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