Wildparker gefährden Fußgänger

Anwohnerin Martina Jahn ärgert sich über die Nachbarn, die den Grünstreifen als Parkplatz missbrauchen. „Die gefährden mit ihrem Verhalten Fußgänger und Radfahrer“, sagt sie. (Foto: Claudia Pittelkow)
von Claudia Pittelkow, Wilhelmsburg
Um ein paar Minuten Fußweg zu sparen, halten seit einem Jahr ein paar gehfaule Wilhelmsburger Bezirksamt, Polizei und Justiz auf Trab. Stein des Anstoßes ist ein Grünstreifen an der Georg-Wilhelm-Straße 262, der als Parkplatz missbraucht wird. „Ein paar Anwohner parken da verbotenerweise und bringen Fußgänger in Bedrängnis“, ärgert sich Martina Jahn. Um auf das Rasenstück zu gelangen, müssen die Parkrüpel mehrere Meter auf dem Bürgersteig entlang fahren – nicht ungefährlich. Von etlichen Beinahe-Kollisionen ist die Rede.
„Hier wohnen viele ältere Leute, die sich erschrecken, wenn plötzlich ein dicker BMW hinter ihnen auf dem Gehweg fährt“, erzählt Jahn. Es sei schon öfters zu Pöbeleien gekommen, selbst Jahns betagte Mutter wurde übel beschimpft. Ihre Beschwerden hätten bislang nichts gebracht. Jahn: „Die Polizei hat zwar jede Menge Knöllchen verteilt, doch die parken da einfach frech weiter!“
Bei der Polizei reagiert man gereizt auf die Angelegenheit. Der Versuch, die Falschparker mit Strafzetteln zur Vernunft zu bringen, ist im letzten Jahr kläglich gescheitert. Die Falschparker zogen vor Gericht – und bekamen erstaunlicherweise Recht. „Laut Urteil durften die Autofahrer dort parken“, so Frank Ostwald vom Straßenverkehrsamt. Das Überfahren des Gehwegs ist dennoch verboten, doch die Polizei kann wenig dagegen ausrichten. Für eine Überwachung fehlt das Personal. „Wir können da ja keinen menschlichen Poller hinstellen“, so Ostwald.
Wenig Erfolg hatte auch das Bezirksamt Mitte mit seinem Versuch, die Sache in den Griff zu bekommen. Schwere Steine, die auf der Fläche abgeladen wurden, waren kurze Zeit später entfernt. „Wohl von den Parkern beiseite geschoben“, berichtet Wegewart Oliver Fieberg. Der Mitarbeiter des Bezirksamts hat immer wieder versucht, die Falschparker im Gespräch zur Einsicht zu bewegen. „In direkter Nähe befindet sich ein Parkplatz, es wäre also gar nicht nötig, auf diesem Grünstreifen zu parken“, so Fieberg kopfschüttelnd. Was ihn am meisten wurmt: „Bei den Falschparkern handelt es sich meist um Fahrlehrer, die müssten es eigentlich besser wissen!“
Spätestens im Herbst ist Schluss mit der wilden Parkerei: Das Bezirksamt lässt auf der Fläche Wildkirschen pflanzen, drum herum massive Poller.
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