Wer hat Zeit für Kinder?

Pate Philip Römer spielt mit Julian. Die Patenschaften sollen mindestens ein Jahr lang dauern, gern länger. Foto: ehlerding-stiftung

Das Projekt „mitKids Aktivpatenschaften“ braucht
Unterstützung aus Harburg, Süderelbe und Wilhelmsburg

Olaf Zimmermann, Hamburg


Kinder brauchen zuverlässige Bezugspersonen. Wer in schwierigeren Familienverhältnissen aufwächst, benötigt besondere Aufmerksamkeit. Hier setzt das Projekt „mitKids Aktivpatenschaften“ der Ehlerding-Stiftung an. Seit 2007 werden Paten vermittelt, die sich jeweils um ein Patenkind im Alter zwischen zwei und neun Jahren kümmern. Derzeit betreut mitKids drei Patenkinder in Wilhelmsburg, vier Patenkinder in Heimfeld und drei Patenkinder in Moorburg.

Was genau machen Paten? Sie treffen sich einmal wöchentlich für drei bis vier Stunden mit ihrem Patenkind. Sie holen es von Zuhause, von der Kita oder der Schule ab und spielen, lesen vor, backen, machen Ausflüge, gehen Schwimmen … In einer Befragung Anfang 2015 nannten die meisten Kinder „Schwimmen“ als Lieblingsaktivität mit ihren Paten. 
„Die Patenschaften sind auf Dauer angelegt, sollten idealerweise mindestens ein Jahr Bestand haben. Die ersten Patenschaften laufen mittlerweile schon seit zehn Jahren“, erzählt Projektleiterin Bettina Jantzen. Paten arbeiten ehrenamtlich, bei Bedarf werden die Fahrt-kosten ersetzt.

Welche persönlichen Voraussetzungen muss ein Pate erfüllen? Bettina Jantzen: „Freude am Umgang mit Kindern, Volljährigkeit und Zuverlässigkeit. Außerdem benötigen wir ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis.“ Die jüngste Patin ist 18 Jahre alt, nach oben gibt es keine Altersgrenze. Patenkinder stammen oft aus so genannten „belasteten“ Familien, die es im Alltag nicht leicht haben: aus Familien von Alleinerziehenden, mit vielen Geschwistern, mit wenig Geld, mit ausländischen Wurzeln.

Wie kommt der Kontakt zum Projekt „mitKids Aktivpatenschaften“ zustande? „Die Kinder werden von ihren Eltern freiwillig angemeldet“, so Bettina Jantzen. Neuanmeldungen, sowohl Patenkinder als auch Paten, werden von zwei Vertreterinnen der Ehlerding-Stiftung, den so genannten Patenschaftsbegleiterinnen, zuhause besucht. „Auf diese Weise können passende Patentandems zusammengebracht werden.“

Patenschaftsbegleiterinnen sind ebenfalls ehrenamtlich tätig und betreuen die Paten während der laufenden Patenschaft. „Als Patenschaftsbegleiterin sollte man Spaß am Umgang mit kleinen und großen Menschen haben, offen, tolerant und einfühlsam sein sowie eine gute Menschenkenntnis und eine ordentliche Portion Lebenserfahrung besitzen“, so Bettina Jantzen. Patenschaftsbegleiterinnen sollten ungefähr sechs Stunden Zeit in der Woche mitbringen. Sie arbeiten im Team und werden von der Ehlerding-Stiftung auf ihre Tätigkeit vorbereitet.



mitKids Aktivpatenschaften
Momentan warten sechs Kinder aus Harburg, fünf aus Moorburg, zwei aus Hausbruch, vier aus Neugraben, fünf aus Heimfeld und zwei aus Wilhelmsburg auf einen Paten, in Einzelfällen schon seit über einem Jahr.
Mehr Infos gibt’s bei Bettina Jantzen (Tel. 41 17 23 12) und Dana Rühmeier (Tel. 41 17 23 20) oder per Mail: jantzen@ ehlerding-stiftung.de oder
ruehmeier@ehlerding-stiftung.de
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