Weg mit dem Schützen-Muff

Konzentration ist alles: Merle (12, vorn) und Yeranik (13) beim Schießtraining. Foto: cvs

Beim SV Moorwerder steigt die Mitgliederzahl stetig an

Ch.v.Savigny, Wilhelmsburg
Im Clubhaus des Schützenvereins Moorwerder herrscht angespannte Ruhe. Konzentriert blicken Mia und Zoé (beide 13) durch die Optik ihres Luft-druckgewehrs. Es folgen ein scharfer Knall und ein kurzes „Plopp“, wenn die kleine, etwa drei Millimeter große Bleikugel in die zehn Meter entfernte und lediglich drei Zentimeter große Pappscheibe einschlägt. Mia und Zoé sind jetzt seit eineinhalb Jahren dabei. Ihr Rekord liegt inzwischen bei 47 (Zoé) respektive 48 (Mia) von 50 Punkten – Das heißt, beide haben bei einer Serie von fünf Versuchen fast immer ins Schwarze getroffen. „Es ist ein tolles Gefühl, wenn man merkt, dass man sich verbessert hat“, sagt Mia.
Der Schützenverein Moorwerder nimmt hamburgweit eine Sonderstellung ein: Nirgendwo sonst ist der Altersdurchschnitt so niedrig (42 Jahre), kein anderer Club hat so deutliche Zuwächse zu verzeichnen. „Innerhalb der letzten vier Jahre ist unsere Mitgliederzahl von 130 auf 155 gestiegen“, sagt der Vereinsvorsitzende Martin Buhk.
Anderswo seien die Zahlen fast durchweg rückläufig. Erreicht hat der Verein dies durch eine intensive Werbekampagne mit einem „Schnuppertag“ im Sommer 2016. Gleich danach meldete sich eine Handvoll Jugendlicher an. „Wir wollen weg vom angestaubten Muff des Schützenvereins“, sagt Buhk, der mit seinen 48 Lenzen selbst noch nicht so richtig zum alten Eisen zählt.
Seine Tochter Merle (12) macht ebenso mit, auch Vizevereinschef Christian Plastwich (35) wirkt im Vergleich mit den üblichen Schützenvereins-
Senioren noch recht jugendlich. Für Buhk hat der Erfolg des Vereins auch etwas mit Moorwerder zu tun: „Man lebt hier zwar in der Stadt, fühlt sich aber wie auf dem Dorf. Das hat schon ein ganz spezielles Flair hier!“
Alle zwei Wochen wird im Schützenhaus am Bauernstegel trainiert. Während sich die U-16-Mitglieder am Luftdruckgewehr oder am „Scatt“ (Lichtpunktschießen) versuchen, zielen die Erwachsenen mit Kleinkalibergewehren auf 50 Meter entfernte Scheiben. Das bedeutet: echte Feuerwaffen. Ein Kugelfang aus einer dicken Schicht Granulat am Ende der Bahn sorgt dafür, dass sich keine Patrone verirren und Schaden anrichten kann.
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