Viele Wohnungen, wenig Natur

So könnte das Spreehafenviertel nach dem Entwurf des Hamburger Büros Biwermau Architekten aussehen. grafik: biwermau

Spreehafenviertel: Entwurf des Hamburger Büros Biwermau Architekten wird umgesetzt – Baustart 2022 geplant

Olaf Zimmermann, Wilhelmsburg


Für das im Wilhelmsburger Norden geplante Spreehafenviertel ist eine wichtige Vorentscheidung gefallen. Der Entwurf des Hamburger Büros Biwermau Architekten soll umgesetzt werden. Das neue Wohnquartier wird kommen – und es wird anders aussehen, als es sich die Bürger im Beteiligungsverfahren gewünscht haben.Das Plangebiet
Das Spreehafenviertel umfasst einen 20 Hektar großen dreieckigen Bereich zwischen Reiherstiegviertel, Ernst-August-Kanal und dem Spreehafen. Zwei Drittel des Geländes bestehen aus unterschiedlichen Grünflächen, davon sind rund zehn Hektar Wald. Rund 1.000 Wohnungen sollen hier gebaut werden. Angedacht ist eine Mischung aus Wohnen, Gewerbe, Freizeit und Sport.

Bürgerbeteiligung
Bei den Planungen für das Spreehafenviertel konnten die Wilhelmsburger von Anfang an ein Wörtchen mitreden: Es gab eine Online-Befragung und einen öffentlichen Workshop. Die Anregungen der Bürger wurden in das Aufgabenheft für die drei Planungsteams, in dem auch die Anforderungen von Verwaltung und Politik skizziert waren, festgehalten.
Hauptforderungen waren: Die Bebauung ans vorhandene Grün anpassen, die Natur schützen, die Ursprünglichkeit bewahren, Grünbereiche naturnah und zum Teil wild belassen, bezahlbaren Wohnraum schaffen, flächensparend bauen.
Bei der Vorstellung der drei Entwürfe stimmten die Bürger für den Entwurf des Berliner Büros Cobe, der dreimal so viel Grün bewahrt wie in den Wettbewerbsbedingungen gefordert und sogar den Bau von 1.400 Wohnungen für möglich hält.

Das Ergebnis
Im siegreichen Biwermau-Entwurf wird der Wald größtenteils abgeholzt. Entlang der Harburger Chaussee sind drei Wohnblöcke vorgesehen, die sich zur südlichen Wasserseite am Ernst-August-Kanal öffnen. In den neuen Innenhöfen sind Gewerbenutzungen sowie kleine Läden und Cafés geplant. Als zentrales Bindeglied zwischen dem Quartier Vogelhüttendeich und dem Spreehafenviertel soll ein neu geschaffener Quartiersplatz mit Sitzstufen zum Wasser dienen.
Der Radverkehr im Spreehafenviertel wird deutlich gestärkt. So könnten die bestehenden Radwege ausgebaut und mit der Veloroute zum Elbtunnel verbunden werden. Für die Pkw der Bewohner sind im nördlichen Teil des Gebiets Quartiersgaragen geplant.
Um den Bürgerwunsch, den grünen Charakter des Spreehafenviertels unbedingt zu erhalten, haben „die Architekten im Süden des Quartiers einen rund 30 Meter breiten, grünen Uferstreifen eingeplant und erhalten insbesondere im östlichen Bereich den alten Baumbestand“, heißt es in der offiziellen Mitteilung des Senats.

Wie geht’s weiter?
Die Biwermau-Planungen sollen noch einmal überarbeitet werden. „Die Anregungen und Hinweise der Bürger werden sehr stark die Überarbeitung und Weiterentwicklung des Entwurfes mitbestimmen“, verspricht Oberbaudirektor Franz-Josef Höing. Danach ist eine weitere öffentliche Vorstellung des Entwurfs beabsichtigt. Baustart könnte 2022 sein.
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2 Kommentare
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Petra Weinstein aus Harburg | 27.12.2017 | 18:24  
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Kalle Schliemeyer aus Wilhelmsburg | 28.12.2017 | 10:37  
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