Tunnel bis Stillhorn verlängern

Hafenquerspange: Ideen der Bürger werden am Donnerstag, 12. Oktober, im Bürgerhaus vorgestellt

O.Zimmermann, Wilhelmsburg
Wie können die negativen Auswirkungen der geplanten Autobahntrasse durch Wilhelmsburg auf ein Minimum reduziert werden? Seit Februar konnten Wilhelmsburger in verschiedenen Gesprächsrunden ihre Ideen hierzu einbringen. Was dabei herausgekommen ist, wird den Bewohnern der Elbinsel am Donnerstag, 12. Oktober, ab 18 Uhr im Bürgerhaus, Mengestraße 12, vorgestellt. Hintergrund: Hamburg soll eine weitere Autobahn bekommen: die A26-Ost, besser bekannt als Hafenquerspange. Die gut neun Kilometer lange 900-Millionen-Euro teure Strecke soll eine Verbindung zwischen A1 (Höhe Hohe Schaar) und A7 (Moorburg) schaffen. In Wilhelmsburg soll die Trasse parallel zur vorhandenen Straße Kornweide im Tunnel und weiter in einem Trog verlaufen. Dann wären Wohn- und Naherholungsgebiete betroffen.
Gebraucht wird die neue Autobahn, weil nach Ansicht der Planer der Hamburger Hafen den Lkw-Verkehr schon jetzt kaum noch bewältigen kann. Durch die A26 Ost sollen die Köhlbrandbrücke, die Hamburger Innenstadt sowie die B73 im Hamburger Süden spürbar entlastet werden. Mit einer großen Kampagne setzen sich die
DEGES – die Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und Bau GmbH – und die Stadt Hamburg für den Bau der A26-Ost ein.
Im Auftrag von DEGES und Stadt organisierte das Bürgerhaus Wilhelmsburg einen aufwändigen Bürgerdialog mit Aktionen vor Ort, Onlinebeteiligung, Workshops. Das Ergebnis dieses Dialogs wurde in einem sogenannten Bürgergutachten zusammengefasst.
Viele Wilhelmsburger lehnen die Autobahn komplett ab. Sie setzen darauf, den Bau politisch oder gerichtlich zu verhindern – zumindest aber den geplanten Trassenverlauf zu kippen. Das durchgeführte Beteiligungsverfahren wird hart kritisiert. „Bürgerbeteiligung muss frühzeitig und ergebnisoffen sein. Beides ist hier nicht der Fall. Das Bürgerhaus lässt sich von der Deges für deren Strategie der Akzeptanzbeschaffung einspannen“, sagt Manuel Humburg (Bündnis Verkehrswende Hamburg).
Und Barbara Kopf (Leiterin Freizeithaus Kirchdorf-Süd) merkt an: „In Kirchdorf-Süd und Alt-Kirchdorf sind die
meisten Menschen, mit denen wir sprechen, ganz gegen die Autobahn 26. Mir selber sind keine Leute bekannt, die am Bürgerdialog-Prozess teilnehmen.“
Wie geht’s weiter? Am 11. Dezember wird Staatsrat Andereas Rieckhof im Bürgerhaus Wilhelmsburg die Pläne vorstellen, die in das Planfeststellungsverfahren eingehen und erläutern, wie mit den Ergebnisse aus dem Bürger gutachten umgegangen wurde.

Kernaussagen des Bürgergutachtens
Der Autobahntunnel soll bis zur A1 in Stillhorn verlängert werden, um die Belastungen durch Lärm, Abgase und Zerschneidung des Stadtteils für die Bewohner so gering wie möglich zu halten.
Im Südwesten soll in Verlängerung des Pollhorner Hauptdeichs/Pollhorn Wegs eine Anschlussstelle mit Zufahrt auf die A26 in Richtung Osten eingerichtet werden (Anschluss „Pollhornbogen“). Diese Alternative bietet mit dem unmittelbar am Industriegebiet gelegenen Anschluss in Richtung Osten gerade für die dortigen LKW-Verkehre die schnellste Verbindung zum Autobahnnetz. Dadurch versprechen sich die Bürger eine Entlastung des nachgeordneten Straßennetzes vom LKW-Verkehr – vor allem auf der Kornweide und Otto-Brenner-Straße.
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