Stromschlag beim Föhnen

In der Wilhelmsburger Inselparkschwimmhalle hat am 16. Mai ein fünfjähriges Mädchen beim Föhnen einen Stromschlag erlitten. symbolfoto: panthermedia

Mädchen (5) bei Unfall in der Inselparkschwimmhalle verletzt

Olaf Zimmermann, wilhelmsburg

Ein fünfjähriges Mädchen hat am 16. Mai gegen 18.20 Uhr in der Schwimmhalle im Inselpark beim Föhnen einen Stromschlag erlitten. Was sich genau abgespielt hat, wird jetzt von der Staatsanwaltschaft ermittelt. Die Angaben der Beteiligten widersprechen sich.
Die Schilderung Gunter Eggers, dem Vater des Kindes: „Ich bin mit meiner Tochter zum Schwimmunterricht gekommen. Da es unterwegs geregnet hatte und wir noch etwas Zeit hatten, wollte meine Tochter sich die nassen Haare föhnen. Dabei erlitt sie einen Stromschlag. Sie stand fast zehn Sekunden unter Strom. Einen Schutzschalter, der das hätte verhindern können, gab es nicht oder er hat nicht funktioniert.
Ich habe den Schwimmlehrer informiert, der aber nicht sonderlich interessiert war. Da meine Tochter unversehrt schien, nahm sie dann am Schwimmkurs teil. Auf Anraten einer Krankenschwester, mit der ich telefonierte, während meine Tochter Schwimmen übte, fuhr ich nach dem Schwimmen mit meiner Tochter in die Notaufnahme der Mariahilf Klinik. Dort wurde bei meiner Tochter eine Brandmarke am Unterbauch festgestellt. Gott sei Dank ist ihr nicht mehr passiert, aber das hätte übel ausgehen können.“
Sein Vorwurf: „Ich bin medizinischer Laie, aber der Bademeister hätte sofort einen Krankenwagen rufen müssen.“ Auch bei der Aufarbeitung des Unfalls fühlt sich Gunter Eggers vom Schwimmhallen-Betreiber Bäderland in Stich gelassen. „Ich wollte wissen, wie das passieren konnte und was die tun, damit sich das nicht wiederholen kann. Auch eine kleine Geste gegenüber meiner Tochter, etwa das Angebot ‘Deinen nächsten Geburtstag kannst Du bei uns im Schwimmbad feiern’, hätte ich mir gewünscht. Aber es ist nichts passiert. Ich habe keine Anlaufstelle, die mit mir redet. Mit Bäderland hatte ich seit Ende Mai keinen Kontakt mehr.“
Inzwischen hat Gunter Eggers Strafanzeige gestellt.

Das sagt Bäderland-Sprecher Michael Dietel zum Unfall.
„Das Mädchen hat vermutlich über Funkenflug leichte Verbrennungen erlitten. Es war keine Notfallsituation. Der Schutzschalter hat ausgelöst. Unsere Mitarbeiter haben sich sofort gekümmert und dem Vater empfohlen, mit dem Kind einen Arzt aufzusuchen. Hätte der Vater einen Notarzt gewollt, hätten wir einen geholt. Dass das Mädchen dann beim Schwimmkurs mitgemacht hat, fanden die Kollegen schon sehr merkwürdig.“
Der defekte Föhn mit dem Schaden am Kabel wurde sofort abgebaut und sichergestellt. Behörden-Mitarbeiter haben dann sämtliche Kabinen und die Föhne untersucht und keine Mängel festgestellt. Dietel: „Wir sind froh, dass es dem Mädchen gut geht! Wir werden sicherstellen, dass sich so ein Vorfall nicht wiederholt.“
Der Vater sei auch mehrfach von offizieller Seite informiert worden. Dietel: „Wir haben mehrfach sowohl telefonisch als auch schriftlich mit Herrn Eggers kommuniziert. Verständlicherweise haben wir das nach Stellung des Strafantrages zurückgefahren.“

Stromschlag

Als Stromschlag wird eine Verletzung durch die Einwirkung elektrischen Stromes bezeichnet. Die häufigsten Folgen bei Stromunfällen sind Verbrennungen, neurologische Effekte, Muskelreizungen oder Muskellähmungen. Letztere können unter anderem zu lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen wie etwa Herzkammerflimmern sowie Herzstillstand und Kreislaufstillstand oder Atemlähmung mit tödlichem Ausgang führen.
Wer einen Schlag bekommt, sollte – auch wenn es ihm vermeintlich gut geht – grundsätzlich einen Arzt oder ein Krankenhaus aufsuchen. Denn Herzrhythmusstörungen können auch verspätet auftreten. Wer direkt nach dem Stromunfall Herzrasen, Herzstolpern, Atemnot oder ein Krampfgefühl in der Brust verspürt, muss sofort den Rettungsdienst rufen. Quelle: Wikipedia
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