Storys von der Elbinsel

Drei von „Wörter an die Macht“ (v.l.): Sebastian Droschinski, Storytellingcoach Jörg Ehrnsberger und Christoph Rommel. Foto: ad

Das Buch Wörter an die Macht
haben 17 Wilhelmsburger geschrieben

Angela Dietz, Wilhelmsburg

„Wörter an die Macht“, heißt ein neues Buch mit 17 Geschichten aus Wilhelmsburg. Geschrieben haben sie alteingesessene und zugereiste Elbinsulaner von 16 bis 75 Jahren, Männer, Frauen, Angestellte, Akademiker, Schüler und Künstler. Während zweier Workshops bei Storytellingcoach Jörg Ehrnsberger verfassten die Teilnehmer ihre Kurzgeschichten.
Der bunte Haufen traf sich im Sommer 2015 auf dem restaurierten Bauhüttenschiff „Fried“ im Spreehafen. „Das waren Leute mit und ohne Schreiberfahrung“, berichtet Jörg Ehrnsberger. Kernfrage: Wie findet man im Stadtteil eine Story? Die Teilnehmer suchten sich einen konkreten Ort aus, den Bunker, die Soulkitchenhalle am Veringkanal, einen Schulhof, ein Hochhaus, den Stübenplatz. Die Aufgabe: unauffällig eine Person „verfolgen“ und beobachten.
„Ich hab so einen Typ mit vielen Tätowierungen entdeckt“, erzählt Christoph Rommel, wie er die Aufgabe erfüllte. Für das dann folgende Vorlesen in der Gruppe galt die goldene Regel: Jeder verdient Respekt, der sich traut zu schreiben. Teilnehmer Sebastian Droschinski lernte ganz andere Lebenswelten kennen: „Die von einer 16-Jährigen, die ich sonst nicht getroffen hätte.“
Die Teilnehmer lasen die
Geschichten der Gruppe vor

Während Droschinski auch beruflich mit dem Schreiben zu tun hat, er verfasst Drehbücher, erfuhr Christoph Rommel, dass nicht nur gestandene Schriftsteller Schreibblockaden haben. „Ich habe selten notiert, was mir durch den Kopf geht“, erklärt der Politikwissenschaftler. Nicht mit dem Schreiben anzufangen ist eben auch eine Blockade. „Der Workshop hat dann was gelöst.“
„Es ist gut, mal ohne die Vorgaben von Auftraggebern zu schreiben“, erzählt Drehbuchautor Droschinski, wie er den Kopf frei bekam, „gucken und beschreiben.“ Phasenweise begleitete Ehrnsberger den Schreibprozess der Teilnehmer per Mailkontakt. „Ziel war die Hauptgeschichte fürs Buch“, erklärt Ehrnsberger. Selbst „gelernter“ Deutschlehrer, gelangte er über die Straßenmusik und das Songtexte schreiben zum Storytelling. Entstanden ist ein Buch mit den unterschiedlichsten Geschichten von der Elbinsel, die manchmal sogar ins Fantastische gleiten.
Herausgegeben haben den Band der Stifter Edmund Siemers und der Journalist Michael Seufert vom Verein Förderwerk Elbinseln. Das Buch ist für 13,50 Euro im Buchhandel erhältlich.
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