Statt 25 sollen jetzt 65 Bäume weg

Michael Ulrich, Sprecher der Beirats-AG für Verkehr, ist gegen die geplanten Fällungen: „Es dauert Jahrzehnte, bis so ein Baum nachgewachsen ist.“ Foto: CVS

Radweg Georg-Wilhelm-Straße: Behörde will jetzt noch mehr Fällungen vornehmen

CH. V. SAVIGNY, WILHELMSBURG
Darf man Bäume opfern, um einem Fahrradweg Platz zu machen? Hintergrund eines Grundsatzstreits sind die Planungen der Verkehrsbehörde (BWVI) für einen zwei Kilometer langen Abschnitt entlang der Georg-Wilhelm-Straße zwischen Mengestraße und Pollhornbogen: Während die Behörde dort wegen der vorgeschriebenen Mindestbreite für Fahrradwege usprünglich 25 Bäume roden wollte, sprach sich der Wilhelmsburger Stadtteilbeirat dagegen aus: „Bäume fällen für die Ertüchtigung von Radwegen – das beißt sich“, sagt Michael Ulrich, Sprecher der AG Verkehr.Eine überraschende
Entscheidung
Nach einigen Wochen Bedenkzeit hat die Behörde jetzt eine überraschende Entscheidung getroffen: Nicht etwa 25 Bäume sollen weichen, sondern gleich 65. Trotzdem behält der Fahrradweg – zumindest in Teilen – seine ursprüngliche Breite von 1,60 Meter. „In Bereichen, in denen mehr Platz ist, wird er auf zwei Meter erweitert“, sagt BWVI-Sprecher Christian Füldner. Laut BWVI fallen einige Bäume auch weg, weil sie die Sicht behindern, weil sie krank sind oder weil Parkplätze gebaut werden. Als Ausgleich sollen insgesamt 141 Bäume nachgepflanzt werden.
Sanierung des alten Radweges nicht sinnvoll
Als Begründung führt die BWVI die Sicherheitsvorschriften an: „Der alte Radwegbestand Hamburgs, der häufig aus den 70er- und 80er-Jahren stammt, ist nicht nur baulich in schlechtem Zustand, sondern wird hinsichtlich der Breite, Sichtbarkeit und Abgrenzung zum Fußverkehr dem aktuellen und zukünftig zu erwartenden Radverkehrsaufkommen meist nicht gerecht“, sagt Füldner und erteilt damit auch dem Beiratsvorschlag, den Radweg in seiner jetzigen Form zu reparieren, eine Absage: „Allein zur Erfüllung aktueller Verkehrssicherheitsstandards aus geltenden Regelwerken ist daher häufig eine komplette Neuplanung der Radverkehrsanlagen im Straßenquerschnitt erforderlich.“Gleichzeitig mit dem Radwegebau wird die Straße erneuert. Darüber hinaus – um Radlern mehr Sicherheit zu bieten – wird der „Schutzstreifen“ in Richtung Süden (gestrichelte Linie) zu einem echten „Fahrradstreifen“ (mit durchgezogener Linie) umgestaltet. Bevor es mit dem Straßenbau losgeht, werden nächstes Jahr zunächst Teile der Abwasser- und Trinkwasserleitungen entlang der Strecke instandgesetzt.
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