Soulvillage: Kreative planen Dorf am Kanal

Soulvillage soll aus drei Elementen bestehen: Neben der Halle für Kulturveranstaltungen, soll es eine Grünfläche mit einem Stadtgarten und eine Fläche für Künstlerische Experimente geben. Foto: pr

Verein „Stadtkultur Hafen“ will Konzept am 19. Februar im Stadtteil vorstellen

Von Anna Sosnowski. Das Konzept, das Mathias Lintl und seine Mitstreiter vom neu gegründeten Verein „Stadtkultur Hafen“ für die über 100 Jahre alte Soulkitchenhalle in der Industriestraße und die angrenzende Brache ausgearbeitet haben, ist im wahrsten Sinne des Wortes fantastisch. Am Veringkanal soll auf rund 10.000 Quadratmetern „Soulvillage“ entstehen, ein Dorf für Künstler, Kreative und Kulturinteressierte. Das Projekt würde zudem die Pläne vieler Wilhelmsburger Kulturschaffender vorantreiben, den Veringkanal in einen Kulturkanal zu verwandelt. Das Elbe Wochenblatt beantwortet die wichtigsten Fragen.

Warum ist die Halle zurzeit geschlossen?
Die nach einem dort gedrehten Film des Hamburger Regisseurs Fatih Akin benannte Soulkitchenhalle wurde im Juni 2013 wegen Einsturzgefahr vom Bezirksamt geschlossen. Zuvor hatte Mathias Lintl die Halle drei Jahre lang als Veranstaltungsort für Off-Kultur betrieben. Zurzeit liegen die Halle und die angrenzende Fläche brach.

Was plant der Verein?
Die Halle soll als Herzstück von Soulvillage zu neuem Leben erwachen und nach einer Sanierung wieder als Raum für Konzerte und Kulturveranstaltungen dienen. Das Gelände nebenan will der Verein in zwei Bereiche unterteilen: Angrenzend an die Halle sind neue Räume für Künstler und Musiker geplant – gebaut aus Containern, Betonlegosteinen und Sandsäcken. Daneben soll unter dem Arbeitstitel „Grün und Erholung“ unter anderem ein Stadtgartenprojekt entstehen. Als weiterer Veranstaltungsort könnte eine historische Schute genutzt werden, die auf Höhe der Halle am Kanal liegt. Das restliche Kanalufer will der Verein zum KulturKanalStrand umfunktionieren. Um seine Pläne umzusetzen, will der Verein das städtische Gelände zunächst für zehn Jahre pachten. Für die Finanzierung plant man unter anderem eine Crowdfunding-Kampagne (Spenden sammeln über eine Internet-Plattform).

Was hat die Stadt mit der Halle und dem Gelände vor?
Laut Bebauungsplan ist die Fläche auf der die Soulkitchenhalle steht als Gewerbefläche ausgewiesen und soll als solche weiter genutzt werden. „Wenn sich ein geeigneter Investor findet, müsste die Fläche entsprechend vorbereitet werden“, sagt Daniel Stricker, Sprecher der Finanzbehörde. Im Klartext: Dann wird die Halle abgerissen. Zu „Soulvillage“ will sich
Stricker nicht äußern.

Kann auf der Fläche gebaut werden?
Bevor hier gebaut werden kann, müssten umfangreiche und kostspielige Sanierungen stattfinden, denn der Boden ist schwer belastet. Lintl befürchtet dass die Fläche deshalb zukünftig als Lagerplatz für Container genutzt werden könnte. „Das gillt es zu verhindern“, sagt er und betont: „Das ist keine adäquate Nutzung für diese interessante und hochwertige Fläche.“ Für Soulvillage wäre eine Bodensanierung nicht nötig, denn die geplanten Bauten brauchen kein Fundament.

Info: Soulvillage
Stadtadtkultur Hafen will das Projekt „Soulvillage“ am Donnerstag, 19. Februar, um 18.30 Uhr in der Mokrystraße 1/Ecke Vogelhüttendeich interessierten Bewohnern Wilhelmsburgs präsentieren. Ab April sind weitere Aktionen geplant, darunter ein Rudelrudern auf dem Kanal und ein Workshop zu der Fläche im Rahmen des Architektursommers 2015.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.