So klappt’s auch im Alter mit der Reha

Dieter Adelwarth (re.) und Chefarzt Schiffner haben daran mitgearbeitet: Das Wilhelmsburger Geriatriezentrum wurde Vorreiter in Sachen Frühreha in der Geriatrie. Foto: Jennifer Wiesbeck

Seit 30 Jahren Förderverein Groß Sand: Er machte das Geriatriezentrum am Krankenhaus möglich

Gaby Pöpleu, Wilhelmsburg
Wer im Alter ernsthaft krank wird, zum Beispiel eine neue Hüfte braucht oder einen Schlaganfall erleidet, braucht oft danach dauerhaft Pflege. Vor 30 Jahren gründeten Wilhelmsburger Ärzte und andere Interessierte deshalb den Förderverein Groß Sand. Sein Ziel: Ein Zentrum für Altersmedizin direkt am Krankenhaus. Dort sollten schon während der Behandlung die Reha-Maßnahmen und die Vorbereitung auf den Alltag beginnen. Denn so könne man Pflegebedürftigkeit oft vermeiden, sagt Chefarzt Dr. Georg Schiffner.„Das Gesundheitssystem funktionierte in den 1980er Jahren zwar noch anders“, erinnert sich Dieter Adelwarth, langjähriger Mitarbeiter und Fördervereins-Mitglied der ersten Stunde. „Doch auch damals mussten wir an die Zukunft denken – neben Chirurgie und Innerer Medizin wollten wir ein drittes Standbein aufbauen.“
Klar war: Altersmedizin hatte Zukunft. Schließlich würde es immer mehr ältere Menschen geben. Im Alter haben viele Menschen gleich mehrere Krankheiten. Da muss zum Beispiel der Chirurg eng mit dem Internisten und dem Augenarzt zusammenarbeiten – grundsätzlich keine neuen Erkenntnisse, Kliniken mit geriatrischen Abteilungen gab es bereits.

Ganz neu: Reha schon während der Behandlung

Doch die Wilhelmsburger wollten etwas Neues. Die Idee: Eine Reha im Akutkrankenhaus – das gab es in Deutschland noch nicht. Bund und Stadt übernahmen einen Großteil der Kosten. Rund zwei Millionen Mark sollte aber die katholische Kirchengemeinde St. Bonifatius, Trägerin der Klinik, dazugeben. Das schien zuerst unmöglich, bis 1987 27 Klinikmitarbeiter und Gemeindemitglieder einen Förderverein gründeten. Daraufhin gab es ein Darlehen vom Bistum Hildesheim.Bis 2005 zahlten die Mitglieder und Spender es ab. Inzwischen gibt es ähnliche Abteilungen in vielen deutschen und europäischen Krankenhäusern: „Mit dem Geriatriezentrum hat Wilhelmsburg einen Meilenstein in der Gesundheitslandschaft gesetzt – wir sind stolz, dass wir mitwirken konnten“, so Adelwarth.
Den Förderverein gibt’s heute noch: Er hat aktuell 61 Mitglieder, unterstützt das ganze Krankenhaus, zum Beispiel mit neuen Möbeln und Kunst. Wer mitmachen möchte bekommt weitere Informationen unter S 75 20 52 84 oder im Internet unter
❱❱ www.gross-sand.de/
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