Reichsstraße wird deutlich teurer - die A26 auch?

Hier wird kräftig gebaut: Brücke der künftigen Reichsstraße (B75) über den Ernst- August-Kanal. (Foto: pr)

Verein Zukunft Elbinsel kritisiert Kostenexplosion von 67 Millionen auf 235 Millionen Euro

Ch.v.Savigny, Wilhelmsburg – 67 Millionen Euro: So teuer sollte ursprünglich die Verlegung der Wilhelmsburger Reichsstraße werden, die bereits in regem Gang ist. Doch die 67 Millionen verdoppelten sich erst auf 135 Millionen und legten jetzt noch einmal zu – auf 235 Millionen Euro.
Dreieinhalb mal so teuer – so rechnet der Verein Zukunft Elbinsel Wilhelmsburg vor, der die Planungen von Beginn an kritisch begleitet hat. Der Senat handle mit Fantasiezahlen, sagt Manuel Humburg aus dem Vereinsvorstand. „Wir rechnen daher damit, dass auch die A26 sehr viel teurer wird!“ Schon allein wegen des „hochproblematischen“ Baugrunds. „Bis zu sechs Metern Tiefe haben Sie nur Morast, da hält nichts.“
Insbesondere bei Ingenieursbauwerken wie Brücken, Tunneln oder Trögen müsse man mit deutlich mehr Aufwand rechnen. „Wir gehen davon aus, dass die A26 mehrere Milliarden Euro kosten wird – statt der veranschlagten knapp 900 Millionen“, so Humburg.
Die geplante A26-Ost soll als „Hafenquerspange“ die beiden Autobahnen A1 und A7 miteinander verbinden. Doch viele Bewohner – wie auch der Verein Zukunft Elbinsel – lehnen die Trasse ab, weil diese mitten durch ein Wohngebiet führt und den Stadtteil nach Ansicht der Betroffenen weiter zerschneidet. „Gerade dieses Manko sollte durch die Verlegung der Reichsstraße ein wenig abgemildert werden“, bemängelt Humburg.
Die Kostenexplosion der Reichsstraße war durch eine Anfrage der CDU in der Bürgerschaft bekannt geworden. Darin bezifferte der Senat die erwartete Steigerung allerdings nur auf 72 Prozent – und ging dabei offenbar von einem bereits nach oben korrigierten Wert aus. „Da ist die Bürgerschaft einer Fehlinformation auf den Leim gegangen“, sagt Humburg, dessen Verein sich für eine Alternativstrecke in Höhe der Köhlbrandbrücke einsetzt.
Für die teurer gewordene Verlegung der Reichsstraße macht der Senat die schwierige Kampfmittelräumung verantwortlich. Laut Info gab es keine verlässlichen Luftbilder. Ebenso werden „Untergrundverbesserungen“ und „aufwändige Gründungsmaßnahmen“ als Faktoren genannt. Der Eigenanteil Hamburgs (10,4 Millionen Euro) sei indes vertraglich festgeschrieben und steige durch die Teuerung nicht an.
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