Peutefabrik kurz vor der Rettung

Gerettet: Zumindest die Hauptgebäude (Nummer 10 und 11) stehen seit September vergangenen Jahres unter Denkmalschtz. Fotos: cvs

Hamburger Investor will 80 Jahre altes Ensemble übernehmen

Von CHRISTOPHER VON SAVIGNY.
Im Streit um den Erhalt der ehemaligen Lebensmittel- und Konsumgüterfabrik in der Peutestraße sind die Abrissgegner einen entscheidenden Schritt vorangekommen: Die Besitzerin des 75.000 Quadratmeter großen Areals, die Hamburg Port Authority (HPA), hat die Abbrucharbeiten bis auf weiteres ausgesetzt. Hintergrund: Es laufen Gespräche mit einem Investor, der das Ensemble kaufen und neu vermieten möchte. „Das ist ein echter Wendepunkt“, sagt der Veddeler Politiker Klaus Lübke (SPD), der sich vehement für den Erhalt der 80 Jahre alten Backsteinbauten einsetzt.
Bereits vor rund einem Jahr hatte die HPA begonnen, den westlichen Seitenflügel der ehemaligen GEG-Genossenschaftsbetriebe abzutragen, um Platz für Logistikunternehmen zu schaffen. Ein neues Gebäude steht schon. Doch der Protest ließ nicht lange auf sich warten: Unter anderem legte die Kulturbehörde, die die riesigen Hallen für ein Museumslager reservieren möchte, ihr Veto ein. Vom Denkmalschutzamt war das Ensemble in der Peutestraße 24 bis 34 zumindest vorläufig unter Schutz gestellt worden. Die Verfügung ist jedoch inzwischen abgelaufen. Lediglich die Gebäude 10 und 11 stehen seit Herbst 2012 dauerhaft unter Schutz.
Dass das Unternehmen „Rettet die Peutefabrik“ nun doch noch zu einem glücklichen Ende führen könnte, ist vor allem einem offenen Brief zu verdanken, den Hamburgs Kulturschaffende, Architekten und Denkmalschützer kürzlich an die HPA versandt hatten. „Das Gesamtensemble ist für die Lesbarkeit der Geschichte der Hafen-, aber auch der Industrieentwicklung unverzichtbar“, heißt es darin. „Es gibt keine andere, vergleichbare Anlage aus dieser Zeit in Hamburg.“ Zuletzt hatte sich auch der Hamburger SPD-Bundestagsabgeordnete Johannes Kahrs für den umstrittenen Gebäudekomplex stark gemacht und sich damit – offensichtlich erfolgreich – an die Wirtschafts- und an die Kulturbehörde gewandt. Kahrs rät zur Geduld. „Es muss erst einmal ein Konzept entwickelt werden. Das kann dauern.“
Beim Investor handelt es sich um ein Hamburger Unternehmen, das ungenannt bleiben möchte. „Wir sind in Verhandlungen“, bestätigt Enno Isermann, Sprecher der Kulturbehörde. „Es gibt allerdings noch kein konkretes Kaufangebot.“
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