Laurens-Janssen-Haus steht vor dem Aus

Koch Heiko Löhndorf, Leiterin Birgit Veyhle, Kerstin Edler, Marion Michael und Karin Schemel (v.l.) halten tapfer bis zum Schluss durch. Sie fühlen sich wohl im Laurens-Janssen-Haus und würden gern bleiben. (Foto: Angela Dietz)

Mitarbeiter der Einrichtung machen weiter – Gäste gibts nicht mehr

von Angela Dietz, Wilhelmsburg
Traurig sieht es aus, das leere Stadtteilrestaurant „Bei Janssens“. Wenn bis zum Jahreswechsel kein Wunder geschieht, droht dem Laurens-Janssen-Haus in Kirchdorf Süd das endgültige Aus. Noch soll etwas „Bewegung“ in den Gesprächen zwischen Vermieter, Betreiber passage gGmbH und Bezirk sein.
Die diesjährigen, weitreichenden Mittelkürzungen der Bundesagentur für Arbeit und fehlende Hamburger Gelder machen Projekten wie dem Laurens-Janssen-Haus den Garaus. Zunächst konnten Mittel aus einem Überbrückungsfonds des Bezirks die drohende Schließung verhindern. Doch auch der Aufschub brachte keine Lösung. Die Mietkosten sollen zu hoch sein.
In den vergangenen Monaten hatte sich die SPD im Bezirk für das Haus eingesetzt. „Wir wollen vor allem, dass die soziale Funktion erhalten bleibt“, sagt Michael Weinreich, SPD-Bezirksabgeordneter. „Das Café ist insbesondere für die Senioren wichtig.“ Doch Passage-Geschäftsführerin Gudrun Stefaniak winkt ab: „Die Gastronomie können wir auf keinen Fall erhalten.“ Eventuell wird es Beschäftigungsmöglichkeiten geben.
Mit der drohenden Schließung gehen nicht nur Arbeitsgelegenheiten für Langzeitarbeitslose verloren, sondern jede Menge sozialer Service für den Stadtteil. Neben dem Restaurant sind das: Schreibservice, Internetnutzung, Bewerbungshilfe, Second-Hand Kinderbekleidung, Stadtteilhelfer und Poststelle. Das Restaurant ist bereits seit Anfang Dezember geschlossen.
Wie steht es um die Mitarbeiter? „Alle wollen gern hierbleiben“, sagt Birgit Veyhle seufzend. Die Leiterin des Laurens-Janssen-Hauses wechselt im kommenden Jahr nach Harburg und wird dort eine Einrichtung von Passage leiten. Koch Heiko Löhndorf bewirbt sich auf dem sogenannten ersten Arbeitsmarkt um eine reguläre Stelle.
Löhndorf und die Service-Kräfte arbeiten und üben weiter, trotz fehlender Gäste. Zum Trost backen sie Plätzchen. Kerstin Edler, Marion Michael und Karin Schemel haben zuletzt ehrenamtlich weitergearbeitet. Edler wird in Harburg als Stadtteilhelferin arbeiten. Schemel und Michael hoffen noch auf eine ähnliche Arbeitsgelegenheit.
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1 Kommentar
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Rudolf Lessing aus Wilhelmsburg | 19.12.2012 | 12:16  
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