Kundenzentrum: Schließung gar nicht so schlimm?

Kritik an den Plänen: Jörn Frommann (CDU). „Wir brauchen eine zentrale Anlaufstelle im Stadtteil.“ Foto: pr

Das sagen Wilhelmsburgs Politiker ­– Weinreich (SPD): „Ein gutes Ergebnis“

Ch. v. Savigny, Wilhelmsburg

Die für den Sommer geplante Schließung des Kundenzentrums im Wilhelmsburger Rathaus und der nur teilweise Ersatz durch mobile Teams haben Empörung bei vielen Wilhelmsburgern ausgelöst. Denn die Öffnungszeiten werden von bislang vier auf künftig zwei Tage reduziert – eine deutliche Verschlechterung, finden viele. Das sagen die Politiker:
Protest bei den Christdemokraten
Auf Seiten der CDU löste die Schließung scharfen Protest aus: „Meiner Meinung nach verabschiedet sich die Verwaltung nunmehr endgültig vom Projekt 'Sprung über die Elbe' und sieht Wilhelmsburg nur noch als Melkkuh für Wohnbauflächen“, sagt Jörn Frommann, Abgeordneter im Mitte-Regionalausschuss Wilhelmsburg/Veddel.
Nach Meinung der CDU ist damit die „Rote Linie des sukzessiven Personalabbaus auf Wilhelmsburg überschritten“. Bisher seien sich alle Parteien einig gewesen, dass „eine dauerhafte und nahezu tägliche Präsenz“ im Rathaus Wilhelmsburg sichergestellt sein müsse. „Die Schließung geht insbesondere zu Lasten der älteren und mobilitätseingeschränkten Bewohner“, heißt es in einem Antrag, den die Christdemokraten vergangene Woche in den Regionalausschuss eingebracht hatten.
Sozialdemoraten und Grüne sind zufrieden
Nach Meinung der SPD ist mit dem „mobilen Dienst“ ein guter Ersatz für Kunden gefunden worden, die nicht so weite Wege zurücklegen können.
„Im Gegensatz zu anderen Stadtteilen gibt es dieses Angebot auf der Elbinsel sogar an zwei Tagen pro Woche“, sagt der Wilhelmsburger Bürgerschaftsabgeordnete Michael Weinreich (SPD). „Damit haben wir ein gutes Ergebnis erreicht.“
Ähnlich sehen das die Wilhelmsburger Grünen. „Letztes Jahr war die Lage hier vor Ort im Kundenzentrum desolat“, sagt Sonja Lattwesen (Regionalausschuss). Mit der Neuorganisation sei eine vernünftige Lösung gefunden worden. „Ich sehe das Glas eher als halbvoll an, nicht als halbleer“, so Lattwesen.
Hintergrund für die Umstrukturierung ist ein Bürgerschaftsbeschluss, der in ganz Hamburg die Anzahl der Kundenzentren runterfahren will. Künftig soll es nur noch ein bis zwei Anlaufstellen pro Bezirk geben – dafür aber mit deutlich verlängerten Öffnungszeiten. Lange Wartezeiten sollen damit der Vergangenheit angehören.
Wie das gehen kann, ist fraglich.
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