Kultur für die Elbinsel

Gehobene Unterhaltung für die die Elbinsel: Jürgen Wunder (li.), Monika Lütgert und Hartmut Sauer – hier vor der Windmühle „Johanna“ – bilden den Vorstand von „Kleine Kunst auf Wilhelmsburg“. Foto: cvs

Der Verein „Kleine Kunst auf Wilhelmsburg“ sorgt seit acht
Jahren für ein reichhaltiges Kulturprogramm in Wilhelmsburg

Ch.V.Savigny, Wilhelmsburg

Als der Verein „Kleine Kunst auf Wilhelmsburg“ vor einigen Wochen zu einem musikalischen Bob-Dylan-Abend einlud, hätte das Datum kaum besser gewählt sein können: Denn unmittelbar zuvor war dem US-Sänger und Folk-Idol der Nobelpreis für Literatur zuerkannt worden. Kaum jemand hätte damit gerechnet – am allerwenigsten Jürgen Wunder, der bei „Kleine Kunst“ einen großen Teil der Programmplanung übernimmt. „Ein Glücksgriff“, sagt Wunder. Die Menge in der kleinen Kapelle im Inselpark habe getobt. „Und mit 60 Leuten waren wir auch so gut wie ausverkauft!“
Seit rund acht Jahren veranstaltet der Verein Lesungen, Konzerte, Theaterstücke und vieles mehr auf der Elbinsel. „Anspruchsvolle Kleinkunst an schönen Orten“ – so drückt es die Vereinsvorsitzende Monika Lütgert aus. Neben der Kapelle, die im Rahmen der Internationalen Gartenschau (igs) aufwändig hergerichtet worden war, dienen beispielsweise die Windmühle „Johanna“, die Raphaelkirche und die Kirchdorfer Kreuzkirche als Veranstaltungsorte.
Die Idee dazu entstand, weil Lütgert den Wunsch nach „gehobener Unterhaltung“ verspürte, wie die pensionierte Musiklehrerin und Leiterin der Kreuzkirchen-Kantorei selbst sagt. Auch der plötzliche Tod der damaligen Heimatkundlerin und Kulturveranstalterin Ursula Falke (+2008) habe eine wichtige Rolle gespielt. „Es fehlte jemand, der sich wieder um solche Dinge kümmert“, sagt Lütgert.
Um das Konzept auf finanziell solide Füße zu stellen, folgte im Februar 2010 die Vereinsgründung. Mittlerweile gibt es 32 Mitglieder. Öffentlich gefördert wird das Projekt nicht. Die Saison bei „Kleine Kunst“ läuft von Herbst bis Frühjahr bei durchschnittlich einer Veranstaltung pro Monat. Zusätzlich kann, wer Lust hat, im Sommer eine der zahlreichen „Gartenlesungen“ besuchen, bei denen lediglich eine Spende erwartet wird.
Über Besuchermangel kann sich „Kleine Kunst“ nicht beklagen. „Das liegt natürlich auch an der gemütlichen Atmosphäre, denn bei uns spielen die Künstler immer direkt vor den Zuschauern“, sagt Lütgert. Zudem stehe immer ein guter Schluck Weiß- oder Rotwein bereit.
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