Kirche im Wasserwerk

Jetzt im Wasserwerk zuhause: Sarah Hartung und Siegmar Borchert vom wilhelmsburgprojekt. Foto: cvs

Neue Heimat für das „wilhelmsburgprojekt“

Ch. v. Savigny, Wilhelmsburg

Einen prominenteren Ort für eine Kirche hätten sich Sarah Hartung und Siegmar Borchert wohl kaum wünschen können: Mitten im Inselpark – im wiedereröffneten Wasserwerk – feiert seit Kurzem die freikirchliche Gemeinde „wilhelmsburgprojekt“ ihre Gottesdienste. Bis zu 70 Besucher haben dort bereits zusammen gebetet und gesungen – ein vielversprechender Beginn, findet Pastor Borchert. „Sonntags ist sowieso immer viel Betrieb im Park“, sagt er. Nicht selten kämen Spaziergänger vorbei, um sich an den Scheiben die Nasen platt zu drücken. „Das macht eben neugierig, wenn sie sehen, dass hier etwas los ist.“
Im Jahr 2014 wurde das wilhelmsburgprojekt gegründet. Die Kirche, die keine Mitgliedsbeiträge nimmt und sich ausschließlich aus Spenden finanziert, gehört zur Stiftung „Freie evangelische Gemeinde in Norddeutschland“ (FeGN). Gottesdienste fanden zunächst in der Gewerbeschule G18, später dann in der Kapelle im Inselpark statt. Auch ein schöner Ort, aber nicht sonderlich groß, sagt Borchert. „Mehr als 40 Leute gehen da ja nicht rein.“
Da traf es sich gut, dass im Frühjahr das Wasserwerk nach zwei Jahren Leerstand als „Kulinarischer Campus“ (das
Wochenblatt berichtete) wieder seine Pforten öffnete. Borchert: „Auch das Bezirksamt Mitte war der Meinung, dass dort etwas Soziales und Gemeinnütziges entstehen sollte.“
Jeden 2., 4. und 5. Sonntag im Monat ab 11 Uhr feiert die Gemeinde im Wasserwerk Gottesdienst. Das wilhelmsburgprojekt ist eine junge Gemeinde, viele Familien mit Kindern sind hier zu Gast. 90 Prozent der Gäste kommen von der Elbinsel, zehn bis 20 Prozent sind Migranten oder Flüchtlinge. Im Gottesdienst spielen regelmäßig Musikbands. „Wir wollen den Menschen nichts überstülpen, sondern sie in ihrem Lebensalltag begleiten“, sagt Pastorin Hartung.
Zum Gemeindeleben gehört auch ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm, das speziell auf Flüchtlinge zugeschnitten ist – etwa Spiel- und Sportnachmittage, Alphabetisierungskurse und gemeinsame Kochabende mit Anwohnern. „Mit unserer Standortwahl haben wir die Entscheidung getroffen, dass wir in Wilhelmsburg präsent sein wollen“, so Borchert.
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