Kirchdorfer Kirche muss weiter sparen

„Anfang 2018 sollte die Standortfrage geklärt sein.“ Pastor Heye Osterwald vor dem alten Küsterhaus in der Kirchdorfer Straße. Foto: cvs

Der Gemeinde stehen schwere Einschnitte bevor

Ch. v. Savigny, Wilhelmsburg

Als vor mittlerweile 15 Jahren die Raphael- und die Kreuzkirche zur neuen „Gemeinde Kirchdorf“ fusionierten, geschah dies hauptsächlich, um
Kosten zu sparen. Die Zahl der Gemeindemitglieder war von 20.000 auf knapp 4.600 zurück-gegangen. Einsparungen waren unausweichlich. Die beiden Gemeindeverwaltungen wurden zusammengelegt, die Anzahl der Gebäude blieb jedoch konstant. Zum Bestand gehören nach wie vor zwei Kirchen, zwei Gemeindehäuser, vier – teils ehemalige – Pastorate und das reetgedeckte Küsterhaus an der Kreuzkirche, das als ältestes Gebäude der Elbinsel in den Annalen verzeichnet ist.
Heute liegen die vielen – teils kaum genutzten – Immobilien den Gemeindeverantwortlichen wie Steine im Magen. Zwar sind die Gebäude einigermaßen in Schuss, jedoch muss die Kirche gemäß dem aktuellen „Feuerkassenneuwert“ hohe Summen beiseite legen, für den Fall, dass irgendwann Reparaturen nötig werden.
Laut Pastor Heye Osterwald beläuft sich die Summe auf 110.000 Euro pro Jahr. „Wir würden gerne mehr in die Gemeindearbeit investieren, aber das ist jetzt kaum möglich“, berichtet der Kirchenmann. Die Kirchenmusik oder auch die Kinder- und Jugendarbeit hätten darunter zu leiden. „Weiteres Personal können wir auch nicht einstellen“, sagt Osterwald. Noch vor den Immobilien zählten die Personalausgaben zu den den größten Kostenverursachern im Gemeindebudget. Die Gemeinde Kirchdorf beschäftigt aktuell zehn hauptamtliche Mitarbeiter.
Über mögliche Maßnahmen denkt zurzeit der Ende letzten Jahres neu gewählte Kirchengemeinderat (KGR) nach. Zusammen mit der alternativen Stadtentwicklungsgesellschaft „Stattbau“ soll ein passendes Gebäudekonzept entwickelt werden. „Der Gedanke, sich von einem der beiden Gemeindehäuser zu trennen, ist durchaus realistisch“, sagt Osterwald. Eine der beiden Kirche könnte man zu einer „Sozialkirche“ oder einem Begegnungszentrum umfunktionieren. Dies dürfte dann die Raphaelkirche betreffen. Denn dass die 628 Jahre alte, denkmalgeschützte Kreuzkirche entweiht wird, steht nicht zur Diskussion. Anfang 2018 will der KGR ein Ergebnis vorlegen.
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