Jan-Peter Wegner stellt überall Mülltonnen auf

Isabella Przybilla, Yusuf Polat, Paulo Pereira, Jan-Peter Wegner, Orhan Dalgin, Arne Wortmann und Julius Jensen (v.l.) setzen sich für ihr Viertel ein. (Foto: Fatma Şahin)

Der 44-jährige Wilhelmsburger engagiert sich gemeinsam mit Freunden für die Reinhaltung der Natur

Fatma Sahin, Wilhelmsburg - Ob beim Kajakfahren auf dem Kanal oder beim Schlendern durch den Sanitaspark: Überall entdeckte Jan-Peter Wegner Müllreste, überall lagen Grillabfälle, Verpackungen oder Plastikflaschen herum. So kann es nicht weitergehen, meinte der 44-jährige Wilhelmsburger und handelte. Vor zwei Monaten begann er damit an, von Kfz-Werkstätten leere Ölfässer zu holen, sie anzumalen und im Reiherstiegviertel aufzustellen – als Mülltonnen. Zu Anfang arbeitete der Frührentner noch allein, mittlerweile hat er Mitstreiter gefunden.
„Der meiste Müll landet im Wasser, was im Endeffekt in die Nahrungskette geht“, stellt er klar. 15 Jahre hat Wegner als Seegüterkontrolleur im Hamburger Hafen gearbeitet, danach als Fotograf sein Geld verdient. Vor zwei Jahren musste er in Frührente gehen. Jetzt hat er Zeit, sich um die Natur zu kümmern.
Seine Tonnen malt er an und verziert sie mit zur Umgebung passenden Motiven. Auf jeder Tonne steht sein Slogan
„Respect the nature, respect yourself“. Viel Zeit, Arbeit und Herzblut investiert Jan-Peter Wegner in sein Projekt, aber auch Geld. Die alten Ölfässer bekommt er umsonst, doch für Farbe muss er selbst aufkommen. Eine Tonne kostet ihn
etwa zehn Euro. Doch das ist kein Grund, um aufzuhören: „Ich möchte das der Müll weniger wird, da kann ich auch mal was für ausgeben.“
Vier Tonnen hat er schon aufgestellt, vier weitere werden folgen. „Eine 200 Liter Tonne habe ich im Sanitaspark aufgestellt, die ist mittlerweile immer voll“, freut sich Wegner darüber, dass die Tonnen wirklich genutzt werden.
Zu Beginn hatte er den Plan, seine Tonnen selbst zu leeren. Doch als er vor der Tonne stand, war nichts drin. Die Stadtreinigung hatte sie geleert, obwohl nichts abgesprochen war. Wegner hatte zuerst die Tonnen aufgestellt und erst danach Kontakt zum Bezirksamt aufgenommen. Jetzt hat er die Erlaubnis und darf weitermachen.
Überall, wo der 44-Jährige mit seinen Freunden die Mülltonnen aufgestellt hat, bekamen sie positives Feedback und Unterstützung. „Müllsammeln ist für viele nicht gerade cool, aber wenn es einer vormacht, dann machen viele auch selber mit“, berichtet Wegner.
Mittlerweile trifft sich die Gruppe ab und zu mittwochs vor dem Café Kaffeeliebe, Am Veringhof 23 A. „Jeder, der mit anpacken und die Gegend sauber machen möchte, ist willkommen“, sagt Jan-Peter Wegner. Wer mitmachen will, kann sich bei ihm unter Tel. 0177/ 582 00 00 über das nächste Treffen informieren.
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