Gemeindehaus wird zum Wohnhaus

Das alte Gemeindehaus in der Mannes-allee wurde im Stil der „Lübecker Backsteingothik“ erbaut. Ab etwa 2020 wird man darin wohnen können. Foto: cvs

Bauverein Reiherstieg baut denkmalgeschütztes Gebäude um

Ch. v. Savigny, Wilhelmsburg
Das Reiherstiegviertel zählt zu den gefragtesten Wohngegenden der Elbinsel: In den Gründerzeithäusern rund um Fährstraße und Vogelhüttendeich befindet man sich direkt im bekanntesten In-Viertel südlich der (Norder-)Elbe. Doch schöne Altbauwohnungen sind mittlerweile knapp geworden.
Der Bauverein Reiherstieg sorgt jetzt für Abhilfe: Rund zehn bis zwölf sanierte Wohnungen entstehen bis etwa 2020 im ehemaligen Gemeindehaus der Reiherstieggemeinde an der Ecke Mannesallee / Rotenhäuser Damm.
Besonders im Fokus steht dabei der Umbau des früheren Gemeindesaals, der eine Deckenhöhe von acht Metern aufweist. Hier will der Bauverein Maisonette-Wohnungen errichten lassen. Das backsteinerne Gebäude – Baujahr 1908 – steht unter Denkmalschutz. Das heißt: Die Fassade bleibt in jedem Fall erhalten. Auf dem Areal will der Bauherr zudem etwa 30 Neubauwohnungen realisieren. Gesamtkosten: knapp acht Millionen Euro.
Das Grundstück hatte der Bauverein Anfang 2017 für etwas mehr als zwei Millionen Euro von der Kirchengemeinde Reiherstieg erworben. Hintergrund ist, dass sich die Gemeinde „gesundschrumpfen“ muss. Nördlich der unweit gelegenen Emmauskirche entsteht gerade ein neues Gemeindezentrum. Nach dessen Fertigstellung – laut Planung im November 2018 – wird dann die ebenfalls der Gemeinde zugehörige Paul-Gerhardt-Kirche an der Georg-Wilhelm-Straße abgerissen (das Wochenblatt berichtete).
Im Gegensatz zu dem Grundstück an der Georg-Wilhelm-Straße, das weiterhin im Besitz des Kirchenkreises Hamburg-Ost verbleibt, wurde das alte Gemeindehaus in der Mannesallee verkauft. „Wir hatten das durchgerechnet“, berichtet Pastor Vigo Schmidt. „Aber der Umbau hätte rund zwei Millionen Euro gekostet, was uns zu teuer war. Bei einem Neubau, wie wir ihn jetzt haben, bekommen wir außerdem mehr Fördergelder.“
Der Kirchenkreis Hamburg-Ost will bis 2026 etwa ein Drittel seiner Kirchen und Gemeindehäuser abgeben. Aufgrund von schwindenden Mitgliederzahlen können sich die Gemeinden den Unterhalt der Gebäude oft nicht mehr leisten. Der Kirchenkreis Hamburg-Ost umfasst die Bezirke Mitte, Harburg und Bergedorf, außerdem den Norden Hamburgs und einen Teil des Kreises Stormarn.
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