Gehbehinderte kommen kaum über die Brücke

Entlang der Brücke sind immer wieder Hinweisschilder angebracht. Doch das nutzt wenig: Bei der letzten Kontrolle knipsten Polizei und Stadtreinigung zwölf Fahrräder vom Brückenhandlauf ab.

Am Geländer der Acar-Brücke werden Fahrräder geparkt – wer schlecht zu Fuß ist, findet keinen Halt mehr

Wilhelmsburg - Wer die Fußgängerbrücke am S-Bahnhof Wilhelmsburg nutzt, muss gut zu Fuß sein. Denn an beiden Handläufen der Muharrem-Acar-Brücke sind
meistens unzählige Fahrräder angekettet. Vorbeikommen? Für ältere oder gehbehinderte Menschen nahezu unmöglich.

Wie sieht es auf der Fußgängerbrücke aus?
Besonders an Werktagen ein gewohntes Bild: Wer die Brücke nutzt, läuft entlang eines fast beidseitigen Spaliers aus Fahrrädern. Abstellen darf man die Räder zwar nicht auf der Brücke, aber es ist eben herrlich bequem: Der Handlauf hat die richtige Höhe, um das Rad dagegen zu lehnen und mit einem Schloss zu sichern. Wenn´s schnell gehen muss, weil die S-Bahn gleich fährt, sind die Radständer am Busbahnhof in unmittelbarer Nähe eben doch zu weit weg.
Für ältere oder gebehinderte Menschen werden die am
Brückengeländer angeketteten Räder zum Problem: Sie machen es unmöglich, den Handlauf zu erreichen und dort sicheren Halt zu finden. Der ist wichtig, denn die Brücke hat in Richtung S-Bahnhof eine Steigung.

Kontrolliert die Polizei dort nicht?
Doch, macht sie, in unregelmäßigen Abständen. Die Radfahrer werden sogar vorgewarnt. „An jedes Rad wurde vor der Kontrolle ein Zettel gehängt, dass man auf der Brücke kein Rad am Handlauf anschließen darf“, so Sorina Weiland, Sprecherin des Bezirksamtes Mitte. Doch vergeblich. Bei der Kontrolle, die die Polizei gemeinsam mit der Stadtreinigung durchführte, wurden zwölf geparkte Räder vom Handlauf „abgekniffen“.

Wohin kommen die Räder?
Auf den zentralen Lagerplatz der Stadtreinigung Hamburg (SRHH) in Billbrook.

Wie bekommt man sein Rad wieder?
Entweder geht man zur Polizei, die einen zum Lagerplatz an der Liebigstraße verweist, oder man ruft gleich selbst dort an und fragt nach seinem Rad. Um es vor Ort wieder zu bekommen, muss man als Beweis den passenden Schlüssel zum Radschloss mitbringen. Und 99 Euro, um es auszulösen. Aber nicht jeder scheint sein Rad wieder haben zu wollen: „Fünf der zwölf Räder aus der vergangenen Kontrolle wurden immer noch nicht abgeholt“, wundert sich Sorina Weiland.“

Wenn das Rad an der Muharrem-Acar-Brücke von der Polizei mitgenommen wurde: Tel. 25 76 21 13 (Zentraler Lagerplatz der SRHH) 
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