Geflügelpest: die wichtigsten Antworten

Im Kampf gegen die hochansteckende Vogelgrippe wurden in Schleswig-Holstein bereits Geflügelbestände getötet. (Foto: Symbolfoto: panthermedia)

Vogelgrippe-Fälle im Bezirk Mitte

Olaf Zimmermann, Hamburg – Die Geflügelpest hat Hamburg erreicht. Bei sechs verendeten Wildvögeln in Rothenburgsort wurde der Geflügelpest-Erreger H5N8 nachgewiesen. Was tun? Besteht Gefahr für Menschen? Die Gesundheitsbehörde hat im Internet auf www.hamburg.de/ tierschutz die wichtigsten Fragen zum Thema beantwortet. Das Wochenblatt gibt einen Überblick.

Was ist Vogelgrippe/Geflügelpest? Das Wort „Vogelgrippe“ bezeichnet eine Geflügelerkrankung durch Vogel-Influenzaviren. Diese kommen natürlicherweise bei Geflügel vor und sind häufig harmlos. Nicht so die Variante mit dem Virus H5N8 (Geflügelpest). Diese verursacht bei Hausgeflügel, zum Beispiel bei Hühnern, schwere Schäden, ein Großteil des infizierten Geflügels verendet.

Ist Gefügelpest für Menschen gefährlich? Infektionen des Menschen mit den aktuell auftretenden H5N8-Viren wurden bislang weltweit nicht nachgewiesen. Wie bei allen Geflügelpestviren sind aber auch bei H5N8 erhöhte Schutzmaßnahmen beim Umgang mit potenziell infiziertem Geflügel und Wildvögeln einzuhalten.

Können sich Hunden und Katzen infizieren?
Fleischfresser wie Hunde und Katzen können sich theoretisch infizieren, wenn sie große Mengen des Erregers aufnehmen. Praktisch sind solche Fälle bislang nicht bekannt geworden. Hunde und Katzen können das Virus allerdings weiter verbreiten. Daher soll ein direkter Kontakt mit toten oder kranken Vögeln verhindert werden. Hunde müssen deshalb im Sperrbezirk oder Beobachtungsgebiet angeleint werden, Katzen dürfen nicht frei herumlaufen

Ist Vogelkot gefährlich? Eine Infektionsgefahr von Tier zu Mensch ist in der derzeitigen Situation nicht gegeben. Vögel scheiden jedoch mit ihrem Kot immer verschiedenste Erreger aus. Deshalb sollte man sich nach dem Kontakt mit Wildvögeln oder ihren Ausscheidungen gründlich die Hände waschen. Infektionen des Menschen mit H5N8 sind bisher nicht bekannt.


Was soll man tun, wenn man tote Vögel findet?

Bei Fund von toten Wasservögeln, etwa von Schwänen, Enten, Gänsen und Möwen, von toten Greifvögeln wie Habichten und Bussarden sowie von toten aasfressenden Vögeln wie Krähen sollte der Fund unter Tel. 040-115 (montags bis donnerstags von 8 bis 16 Uhr und freitags von 8 bis 15 Uhr) gemeldet werden.
Außerhalb dieser Zeiten werden Meldungen unter Tel. 428 37 2200 entgegen genommen. Diese Vögel werden abgeholt und im Institut für Hygiene und Umwelt untersucht. Alle Vogel-Kadaver sollten am Fundort liegengelassen und aus hygienischen Gründen nicht angefasst werden – dies gilt unabhängig von der Vogelgrippe.

Wer sammelt die toten Vögel eigentlich ein? Die Abholung der Kadaver übernimmt aktuell ein von der Stadt beauftragtes Fachunternehmen.

Was kann man tun, um die Verbreitung der Seuche zu verhindern? Die Geflügelpest lässt sich sehr leicht verbreiten – etwa über Kleidung oder Schuhe. Jeder kann den Erreger so unbewusst weitertragen – das Virus kann vorhanden sein, ohne dass man es bemerkt. Deshalb sollte man beim Fund von toten Vögeln die Kadaver nicht anfassen. und Hunde an der Leine führen, damit sie mit den Kadavern nicht in Kontakt kommen.

Was sagt das Bezirksamt?


Wird die Einhaltung des Leinenzwangs für Hunde im Bezirk besonders überprüft?

„Unser Hundekontrolldienst ist für ganz Hamburg zuständig“, sagt Mitte-Bezirksamtssprecherin Sorina Weiland. „Die Mitarbeiter achten jetzt verstärkt darauf. Sie holen aber nicht gleich die Bußgeld-Keule raus, sondern informieren erst mal. Es gibt keine flächendeckenden Kontrollen.“

Hat der Bezirk weitere Vorbereitungen getroffen, für den Fall, dass in Harburg Vögel mit dem H5N8-Virus gefunden werden?
„Wir sind gerüstet. Wir haben Geflügelhalter über die Aufstallungspflicht informiert. Sogar der Kinderbauernhof bekam Besuch von unseren Veterinären.“
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