Flüchtlinge kommen an den Kurdamm

An Trostlosigkeit kaum zu überbieten: Vor dem ehemaligen Eingangsportal der Schule Kurdamm sollen die Wohncontainer aufgebaut werden. (Foto: cvs)

Im Sommer will die Sozialbehörde Wohncontainer aufstellen lassen

- Christopher von Savigny, Wilhelmsburg - Jetzt ist es klar: Auf dem ehemaligen Gelände der Schule Kurdamm soll eine Flüchtlingsunterkunft gebaut werden. „Mit einer Inbetriebnahme wird im dritten Quartal 2014 gerechnet“, sagt Marcel Schweitzer, Sprecher der Sozialbehörde. Sprich: Bereits im Juli könnten hinter dem Parkplatz an der Ecke Kurdamm/Georg-Wilhelm-Straße fünf doppelstöckige Wohnblö-cke mit jeweils 20 Containern stehen. Insgesamt 126 Zuwanderer sollen dort Unterschlupf finden. Geplant ist zunächst ein Zeitraum von zwei Jahren mit Verlängerungsoption.
Die Schule Kurdamm wäre nach dem Standort „An der Hafenbahn“ die zweite Flüchtlingsunterkunft auf der Elbinsel. Auch im Gespräch ist eine Fläche in der Sanitasstraße, über die jedoch noch nicht entschieden wurde. Platz wird jedenfalls überall benötigt - das belegen die Zahlen der Innenbehörde: So kamen 2012 exakt 2.091 Asylbewerber nach Hamburg, 2013 waren es bereits 3.619. In diesem Jahr braucht die Stadt 4.000 Aufnahmeplätze. Gesucht wird laut Sozialbehörde in allen Stadtteilen.
Der Wilhelmsburger CDU-Politiker Jörn Frommann spricht sich gegen den Standort Kurdamm aus. „Dort wird eine mögliche Wohnbauentwick-lung, für die es ja bereits einen B-Plan gibt, behindert.“ Die Sanitasstraße sei besser geeignet. Außerdem würden zu viele Flüchlinge untergebracht. „Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Einrichtungen mit bis zu 70 Personen integrierend nach außen und innen wirken, darüber hinaus aber nicht“, so Frommann.
Der CDU-Mann setzt sich stattdessen für ein Flüchtlingsheim an der Ecke Dratelnstraße/ Thielenstraße ein. Der Standort sei bereits in den 1990er Jahren erfolgreich zur Unterbringung von Asylanten genutzt worden. Zudem gebe es dort noch keinen Bebauungsplan. Die Stadt lehnt Frommanns Vorschlag jedoch mit der Begründung ab, dies sei ein „falsches Symbol“.
Die Bevölkerung am Kurdamm scheint sich bereits mit der neuen Situation abgefunden zu haben - Beschwerden gab es jedenfalls noch keine. „Natürlich muss man den Leuten helfen“, sagt Anwohner Peter Siggelkow. „Aber mich wundert, dass sie nichts Größeres gefunden haben, denn der Platz ist doch ziemlich klein!“
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